Österreich wird im September zum Treffpunkt der internationalen Geodaten-Branche. Jack Dangermond, Mitbegründer und Präsident des Geoinformations-Spezialisten Esri, kommt nach Tulln. Dort eröffnet er gemeinsam mit SynerGIS-Geschäftsführerin Renate Messner am 16. und 17. September die Esri User Conference Austria im Haus der Digitalisierung.
Dangermond gründete Esri 1969 gemeinsam mit seiner Frau Laura. Das Unternehmen entwickelte sich seitdem zu einem der weltweit führenden Anbieter von Geoinformationssystemen und sogenannter Location Intelligence. Nach Angaben des Unternehmens wird die Software heute von mehr als 700.000 Organisationen weltweit eingesetzt.
Bei der Konferenz soll es vor allem darum gehen, welche Bedeutung räumliche Daten für Unternehmen, Behörden und andere Organisationen haben. Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Landkarten. Geografische Informationen können etwa bei der Planung von Infrastruktur, beim Risikomanagement oder bei digitalen Projekten eingesetzt werden.
SynerGIS ist seit 1987 exklusiver Esri-Partner in Österreich und betreut nach eigenen Angaben mehr als 2.500 Kunden aus Bereichen wie Energie, Infrastruktur, Handel, Industrie und dem öffentlichen Sektor. "GIS ist kein IT-Thema, es ist ein Strategiethema. Unternehmen, die räumlich denken, senken Kosten, minimieren Risiken und erschließen Wachstumspotenziale, die anderen verborgen bleiben", sagt Messner.
Wie wichtig die Kombination aus Geodaten und künstlicher Intelligenz bei Krisen sein kann, zeigte sich laut SynerGIS nach dem Einsturz der Francis Scott Key Bridge in Baltimore im März 2024. Behörden setzten dort raumbezogene KI und Drohnen mit 3D-Kartierung ein, um ein gemeinsames Bild der Trümmerlage zu erstellen.
Der dadurch unterstützte Bergungsprozess habe weniger als einen Tag gedauert, während vergleichbare Arbeiten normalerweise Monate beanspruchen könnten.
Bei der Veranstaltung in Tulln sollen neben Dangermond auch Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zu Wort kommen. Als Beispiel aus Österreich wird unter anderem die voestalpine genannt. Das Unternehmen nutzt GIS-Technologie im Rahmen seines Klimaschutzprogramms "greentec steel", unter anderem für Standortplanung und die Analyse von Transportwegen.
Dangermonds Besuch hat für SynerGIS auch eine symbolische Bedeutung. Die Partnerschaft zwischen dem österreichischen Unternehmen und Esri besteht seit fast 40 Jahren. "Jack Dangermond hat die Art, wie wir die Welt verstehen, verändert. Dass er nach Tulln kommt, ist auch eine Anerkennung dafür, was wir mit unseren Kund:innen in den letzten knapp 40 Jahren in Österreich aufgebaut haben", so Messner.
Damit rückt bei der Konferenz eine Technologie in den Mittelpunkt, die für viele Menschen unsichtbar bleibt, aber zunehmend bei konkreten Entscheidungen eingesetzt wird: Daten darüber, wo sich etwas befindet und wie verschiedene Informationen räumlich zusammenhängen.