Wo brennt es am ehesten? Und welche Gemeinden sind bei Waldbränden besonders gefährdet? Der neue "Waldatlas" des Umweltministeriums liefert jetzt Antworten - und macht Risiken erstmals digital und dreidimensional sichtbar.
Die neuen Gefährdungskarten stufen alle österreichischen Gemeinden in fünf Gefahrenklassen ein. Bewertet wird, wie hoch das Risiko für Waldbrände ist - und welche Auswirkungen ein Feuer auf Siedlungen und Infrastruktur haben könnte.
In Niederösterreich sind beispielsweise große Teile des Most- und Industrieviertels sowie das westliche Waldviertel besonders gefährdet, in Oberösterreich brennt und blitzt es am häufigsten in den Wäldern des Mühlviertels.
Ein besonderer Fokus liegt auf der natürlichen Entstehungsgefahr durch Blitzschlag. Grundlage ist die Auswertung von 640 dokumentierten Blitzschlag-Bränden zwischen 2000 und 2020. In die Berechnung flossen Seehöhe, Hangneigung und Exposition ein. Auch hier erfolgt die Einstufung in fünf Risikostufen auf Gemeindeebene.
Damit wird sichtbar, wo es im Ernstfall besonders heikel werden kann - etwa in höher gelegenen, steilen Regionen mit exponierten Hängen.
Neu ist nun eine flächendeckende 3D-Darstellung der Wälder. Hanglagen, Gefahrenzonen und die räumliche Verteilung von Risiken lassen sich damit anschaulich darstellen. Mehrere Themenkarten können kombiniert werden - komplexe Zusammenhänge werden so auf einen Blick erkennbar.
Umweltminister Norbert Totschnig betont, der Waldatlas mache den Wald "verständlich und greifbar". Das digitale Tool liefere wichtige Informationen zur Biodiversität und zum Schutz vor Naturgefahren und schaffe eine fundierte Grundlage für vorausschauende Entscheidungen.
Der Waldatlas ist eine Initiative des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. Die Plattform hat sich in den vergangenen Jahren zu einer zentralen digitalen Anlaufstelle für Geodaten rund um Österreichs Wälder, Schutzgebiete und Naturgefahren entwickelt.
Zusätzlich stehen neue Karten zu Baumarten und Baumhöhen zur Verfügung. Daten zur Veränderung der Wälder oder zu Klimawandelfolgen sollen folgen. Fakt ist: Ob dein Wohnort in einer Gefahrenzone liegt, kannst du jetzt selbst nachsehen - der Blick in den "Waldatlas" könnte überraschend sein.