Bei der Klimakrise geht es längst nicht mehr um ein paar Grad mehr oder weniger - es geht um Milliarden Euro. Eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien aus 2025 zeigt: Extreme Wetter- und Klimaereignisse haben in der EU seit 1980 bereits Schäden von 740 Milliarden Euro verursacht. Nur ein Viertel bis ein Drittel davon war versichert.
Es kommt noch schlimmer: Bis 2050 könnten die Produktionsausfälle im Euro-Raum laut Berechnungen 5 Billionen Euro deutlich übersteigen. Denn: Bei einer Erderwärmung um 3 Grad würde das Bruttoinlandsprodukt der Staaten um bis zu 7 Prozent schrumpfen.
Für die Wiener Umweltökonomin Sigrid Stagl ist klar: Klimaschutz ist keine Ideologie, sondern wirtschaftliche Vernunft. Sie spricht von einer "Lebensversicherung für den Planeten". Denn der Großteil der Schäden lande durch die "Klimaschutzlücke" nicht bei Versicherungen, sondern direkt in den Staatsbudgets.
Regierungen würden also zunehmend zum "Versicherer letzter Instanz", erklärt Stagl. Katastrophenhilfe, Wiederaufbau, Gesundheitskosten und soziale Entschädigungen müssten aus öffentlichen Geldern bezahlt werden - und damit direkt von den Steuerzahlern.
Generell untergrabe die Erderwärmung laut der Studie die Grundlagen privater Versicherungen. Prämien steigen, der versicherte Schutz wird eingeschränkt, ganze Regionen könnten unversicherbar werden. Im schlimmsten Fall droht ein Marktversagen mit staatlichen Rettungspaketen.
Besonders alarmierend: Klimaschäden, die früher als zukünftige Risiken galten, werden zur dauerhaften Budgetbelastung. Untätigkeit sei die "teuerste Option", so Stagl.
Die WU-Studie kommt zu einem klaren Schluss: Investitionen in den Klimaschutz von lediglich 1 bis 2 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung könnten Verluste von 11 bis 27 Prozent des BIP verhindern. Jeder investierte Euro spare langfristig ein Vielfaches ein.
Auch der Internationale Währungsfonds sieht enormes Einsparpotenzial. Frühzeitige Anpassungsmaßnahmen könnten die Gesamtverluste um bis zu 70 Prozent senken. Verzögertes Handeln hingegen würde die jährliche Belastung massiv erhöhen.
Bis 2040 könnten laut Berechnungen zwischen zwei und fünf Millionen Arbeitsplätze in der EU gefährdet sein, wenn keine Gegenmaßnahmen gesetzt werden.