Wien steht im Frühjahr 2026 wieder ganz im Zeichen der Klimakrise - und der Kunst. Die zweite Klima Biennale Wien läuft von 9. April bis 10. Mai und bringt mehr als 50 Partnerinstitutionen zusammen. Im Mittelpunkt steht das Leitmotiv "Unspeakable Worlds" - also Welten jenseits von Worten.
Das Motto des Events verweise auf "die Komplexität unserer Gegenwart, die sich oft nicht mehr allein mit Sprache erfassen" lasse, heißt es. Kunst soll hier neue Zugänge schaffen - emotional, sinnlich und im öffentlichen Raum.
Ein Schwerpunkt liegt dieses Mal am Karlsplatz. Dort verdichtet sich das Festivalgeschehen über einen Monat hinweg mit künstlerischen Arbeiten, Aktivierungen und Veranstaltungen. Das KunstHausWien fungiert wieder als Festivalzentrale und wird dafür umgestaltet.
Der Stadtraum als Bühne: Unter dem Titel "(No) Funny Games" entstehen Arbeiten "zwischen Idylle und Dystopie". Künstlerin Margot Pilz lässt etwa ihr Projekt "Kaorle (sic!) am Karlsplatz" aus 1982 neu aufleben und bringt den italienischen Badeort symbolisch zurück nach Wien.
Partner wie die TU Wien oder die Wiener Staatsoper beteiligen sich an der Klima Biennale Wien mit eigenen Beiträgen.
Initiiert wurde die Klima Biennale von der Stadt Wien, veranstaltet wird sie vom KunstHausWien. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler betont: "Zeiten wachsender Unsicherheiten fordern uns, unpopuläre Fragen - allen voran die Klimakrise - erfahrbar zu machen. Der Kunst kommt dabei eine zentrale Aufgabe zu."
Auch Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky sieht das Festival als Signal: "Klimapolitik ist immer auch Generationenpolitik. Die Klima Biennale Wien schafft öffentliche Räume und macht sichtbar, was auf dem Spiel steht."
Im KunstHausWien sind zudem zwei große Ausstellungen zu sehen. "Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures" widmet sich der Bedeutung von Samen als Symbol für Biodiversität, Migration, Kolonialismus und solidarische Zukunftsmodelle. Vierzehn Künstler setzen sich mit Saatgut als Träger von Wissen und kulturellem Erbe auseinander.
Im Projektraum Garage zeigt ein Queer-Kollektiv die Ausstellung "I Wish We Had More Time": Kunst, Musik, Literatur und Wissenschaft beleuchten das Thema Verlust - von gestörten Ökosystemen bis zu "persönlichen Erfahrungen wie Liebeskummer".