Während bei uns nach dem Schnee-Chaos am Wochenende Frühlingswetter naht, versinkt der Nordosten der USA im Schnee. Ein gewaltiger Wintersturm trifft derzeit Millionen Menschen - in der Metropole New York gilt bereits ein stadtweites Reiseverbot. Straßen, Autobahnen und Brücken wurden gesperrt, Schulen bleiben geschlossen.
Rund zehn Millionen Amerikaner von Washington bis Maine bereiten sich auf bis zu 60 Zentimeter Neuschnee vor. Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnt vor rasch eintretenden Schneesturmbedingungen. Reisen im Bundesstaat sei derzeit "extrem gefährlich".
Am Höhepunkt des Sturms könnten zwei bis drei Zoll Schnee pro Stunde fallen. Insgesamt liegen fast 54 Millionen Menschen im Zuggebiet des Unwetters. Heftige Windböen mit bis zu 100 km/h verschärfen die Lage zusätzlich.
Der Flugverkehr kam nahezu zum Erliegen. Laut dem Dienst FlightAware wurden 5.000 Flüge gestrichen. Entlang der Küste von Delaware bis Massachusetts drohen zudem Überschwemmungen.
Schon am frühen Montagmorgen (23. Februar) erreichte der Blizzard New York. Die Sicht war so schlecht, dass die Wolkenkratzer der Wall Street von Brooklyn aus kaum zu erkennen waren. In Manhattan kämpften sich Passanten durch knietiefen Schnee. Das öffentliche Leben droht zu erliegen.
Bürgermeister Zohran Mamdani rief den Notstand aus. "New York City hat in den letzten zehn Jahren keinen Sturm dieses Ausmaßes erlebt", sagte er. Von Sonntag 21 Uhr bis Montagmittag dürfen Autos nicht auf die Straße. Ausgenommen sind systemrelevante Arbeitskräfte und Notfälle.
Auch in den Nachbarstaaten spitzt sich die Lage zu. In New Jersey waren 80.000 Haushalte ohne Strom. Gouverneurin Mikie Sherrill verhängte den Ausnahmezustand. In Boston blieben alle öffentlichen Schulen und städtischen Gebäude geschlossen.
New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul warnte: "Das Schlimmste steht uns noch bevor." Sie rief die Bevölkerung auf, Lebensmittel, Medikamente und Tierfutter rechtzeitig zu besorgen - und dann zu Hause zu bleiben. "Macht es euch bequem", sagte sie. "Lest ein Buch, schaut fern und ruft eure Mütter an."
Fakt ist: Während viele Einwohner bibbern, genießen manche Touristen das Schnee-Spektakel am Times Square - für sie ist es ein Wintermärchen, für die Millionenstadt ein Ausnahmezustand.