Eine brutale Attacke beim Salzburger Messezentrum hat das Leben eines 56-Jährigen dauerhaft verändert. Nach einem Faustschlag ist der Mann auf einem Auge blind. Am Dienstag mussten sich zwei 19-Jährige wegen des Angriffs vor Gericht verantworten.
Das Urteil: Beide erhielten drei Jahre Haft, davon jeweils ein Jahr unbedingt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
Vor Gericht legten die beiden Flachgauer zögerliche Geständnisse ab. Sie seien stark betrunken gewesen, als sie zwei ältere Männer angriffen – es gilt die Unschuldsvermutung. Auch die Opfer waren alkoholisiert. Wer den Streit im Rahmen der Erotikmesse begonnen hatte, konnte vor Gericht nicht mehr geklärt werden.
Für den 56-Jährigen sind die Folgen der Attacke enorm. Seine Rechtsanwältin Sabina Moser schilderte vor Gericht, wie sehr sich sein Alltag verändert hat: "Das Auge ist jetzt beim Absterben, das ist also ein langer Prozess, bis das Auge wirklich abgestorben ist und dann bekommt er ein Glasauge, es steht ihm also eine Operation bevor. Das Ganze ist natürlich für ihn psychisch äußerst belastend, er ist schwer traumatisiert. Also, das alltägliche Leben fällt ihm sehr schwer, er ist sehr nervös, er darf nicht Auto fahren", das berichtet der ORF.
Der Mann müsse sich erst daran gewöhnen, nur noch auf einem Auge zu sehen. Laut seiner Anwältin übersehe er etwa häufig Stiegen. Auch viele andere Kleinigkeiten des täglichen Lebens seien für ihn nun deutlich schwieriger.
Der 56-Jährige erhält in einem ersten Schritt 10.000 Euro Schmerzensgeld. Die Summe könnte noch deutlich steigen. Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs kann der Verlust eines Auges den Verursacher bis zu 75.000 Euro kosten, so der ORF.
Eine derart schwere Augenverletzung gilt in Österreich als rund 30-prozentige Behinderung.
Autofahren kann grundsätzlich weiterhin möglich sein, sofern das andere Auge gesund ist. Das gesunde Auge und das Gehirn können lernen, das räumliche Sehen teilweise auszugleichen. Das Gesichtsfeld bleibt allerdings eingeschränkt.
Bei der Attacke wurde noch ein weiterer Mann verletzt. Das 36-jährige Opfer soll von den beiden jungen Männern mit Anlauf und gestrecktem Bein attackiert worden sein. Es stürzte und brach sich dabei das Schulterblatt.
Bis zum Prozesstag hatten die beiden Angeklagten geschwiegen. Belastet wurden sie durch Zeugenaussagen und Aufnahmen von Überwachungskameras.