Tennis-Ikone Federer spricht über Comeback-Pläne

Roger Federer
Roger Federerimago images/PanoramiC
Beim Laver Cup in Boston war Roger Federer als Zaungast dabei. Die Tennis-Ikone verriet, wie es mit Comeback-Plänen aussieht.

Der Laver Cup ist ein Tennis-Turnier, das auf Initiative von Roger Federer und dessen Manager Tony Godsick vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde. Dementsprechend ist es keine Überraschung, dass sich das Schweizer Tennis-Ass auch während seiner Verletzungspause für den Show-Event interessiert. Sehr wohl überrascht es aber, dass es sich Federer nicht nehmen ließ, bei der diesjährigen Austragung des Laver Cup live vor Ort in Boston zu sein und nicht, wie angekündigt, vor dem TV seinen Berufskollegen zuzuschauen.

"Ich wusste wirklich nicht, ob ich es schaffen würde mit den Krücken", sagte der Schweizer am Samstag in einem Interview mit US-Tennis-Legende Jim Courier am Rande des Events. Federer wollte mit seinem Besuch Fans und Spieler überraschen, was ihm sichtlich glückte: "Alle freuten sich, dass ich hier bin, ich erhielt einen großartigen Empfang."

Der 40-Jährige äußerte sich im Gespräch mit Courier auch detailliert über den Heilungsprozess seines verletzten Knies und über die nächsten Schritte in seinem Genesungsprozess: "Ich muss erst wieder richtig laufen können, dann richtig rennen, dann mich richtig seitlich bewegen und an der ganzen Agilität arbeiten, um schliesslich auf den Tennisplatz zurückkehren zu können."

Die Entscheidung, sein Knie erneut operieren zu lassen, sei keine einfache gewesen, meint Federer: "Es war ein harter Prozess, weil ich schon einige Knie-OPs hinter mir hatte. Aber ich war einfach unglücklich, wie es in Wimbledon lief. Dort war ich nicht annähernd in der Form, in der ich sein wollte, weit weg vom Topniveau. Ich gab mein Bestes, aber manchmal ist es einfach zuviel." Umso respektabler erscheint im Rückblick nun die Leistung des Schweizers bei seinem Lieblingsturnier, wo er auf dem heiligen Rasen immerhin noch das Viertelfinale erreichte, bei dem er schließlich dem Polen Hubert Hurkacz unterlag.

Wann sich die Federer-Fans auf das Comeback ihres Lieblings freuen können, lässt der Maestro offen, betont aber, dass es durchaus noch länger dauern könnte: "Es wird noch einige Monate dauern, bis ich wieder Tennis spielen kann. Und dann, irgendwann im nächsten Jahr, sehen wir weiter." Damit dürfte die Chance für eine Teilnahme Federers am Australian Open im kommenden Jänner auf ein absolutes Minimum sinken.

Der 20-fache Grand-Slam-Champion zeigt sich im lockeren Talk aber trotz seiner langwierigen Knie-Probleme ausgesprochen relaxed und optimistisch: "Ich denke, das Schlimmste habe ich hinter mir. Ich habe mir Zeit genommen und fühle mich momentan richtig glücklich." Federer fügt auch an, dass es für ihn neben der angestrebten Rückkehr auf die ATP-Tour vor allem auch darum ginge, nach seiner Karriere körperlich beschwerdefrei sein zu können.

In Boston nutzte Federer die Gelegenheit, um sich mit den Spielern der beiden Teams, aber auch mit den beiden Teamkapitänen Björn Borg und John McEnroe, sowie Ikone Rod Laver und seinem früheren Kontrahenten Andy Roddick auszutauschen.

Der 40-Jährige lässt durchblicken, dass er bei der nächsten Austragung des Laver Cup im September 2022 in der 02-Arena von London nochmals als Spieler auflaufen möchte. Später einmal könne er es sich auch vorstellen, als Kapitän oder Vizekapitän von "Team Europe" dabei zu sein. "Das wäre großartig. Das ist eine Woche, in der man einfach dabei sein will", so Federer.

Die heurige Ausgabe des Wettkampfes endete indes auch trotz der Absenz von Federer (sowie Rafael Nadal und Novak Djokovic) mit einem eindeutigen Resultat für die Europäer. Gleich mit 14:1 Siegen deklassierte die von US-Open-Sieger Daniil Medwedew angeführte Mannschaft das "Team World".

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