Die Women's Tennis Association (WTA) führt ab sofort verpflichtende Gentests für alle Spielerinnen ein. Das bestätigte die Organisation der Deutschen Presse-Agentur. Künftig ist ein einmaliges Screening auf das sogenannte SRY-Gen Voraussetzung für die Teilnahme an WTA-Turnieren.
Bei dem Test wird geprüft, ob das auf dem Y-Chromosom liegende SRY-Gen vorhanden ist. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale. Der Nachweis kann laut WTA per Wangenabstrich sowie mithilfe einer Blut- oder Speichelprobe erfolgen.
Die neue Richtlinie tritt am Dienstag in Kraft. Die WTA betonte, dass es sich um "ein sensibles und komplexes Thema" handle. Alle Spielerinnen würden "mit Würde" behandelt, die neuen Vorgaben sollten respektvoll und umsichtig umgesetzt werden.
Tennis-Legende Martina Navratilova stellte sich hinter die neue Regelung. Auf X bezeichnete die 18-fache Grand-Slam-Siegerin die Entscheidung zunächst als "einen Schritt in die richtige Richtung". Später ergänzte sie: "Ich hatte keinen Anteil an dieser Richtlinie, bin aber sehr froh, dass bei der WTA klar ist, dass wir eine Frauenorganisation sind und nur Frauen – also biologische Frauen – auf höchstem Niveau im Frauentennis antreten können."
Bislang konnten Transgender-Frauen an WTA-Turnieren teilnehmen, wenn sie ihr Geschlecht als weiblich angegeben und ihren Testosteronspiegel mindestens zwei Jahre lang unter den vorgeschriebenen Grenzwert gesenkt hatten. Nach Angaben der WTA gibt es derzeit keine Transgender-Frauen, die auf der Tour aktiv sind.
Mit der neuen Regel folgt die WTA dem Kurs anderer internationaler Sportverbände. Vergleichbare Gentests wurden bereits unter anderem in der Leichtathletik und im Boxen eingeführt.