Tagger rang bei ihrem ersten WTA-250-Turnier die routinierte Schweizerin Viktorija Golubic, Titelverteidigerin und Nummer 53 der Weltrangliste, nach 2:12 hart umkämpften Stunden sensationell mit 6:1, 4:6 und 7:5 nieder, erreichte damit bei ihrem Debüt und nur dank einer Wildcard im Hauptfeld gleich das Finale von Jiujiang. Zuvor hatte Österreichs größte Tennis-Hoffnung Nervenstärke bewiesen und drei Matchbälle abgewehrt.
"Es war wirklich ein schwieriges Comeback für mich hier. Ich hätte nie daran gedacht, hier im Finale zu stehen, aber es ist ein großartiges Gefühl", strahlte die sichtlich überwältige Osttirolerin auf dem Court.
Endspielgegnerin ist die Russin Anna Blinkova, die Nummer 95 der Welt. Im zweiten Halbfinale setzte sich die 27-Jährige gegen Dominika Salkova aus Tschechien mit 6:4 und 6:4 durch.
Österreichs größte Tennis-Hoffnung trumpfte im ersten Durchgang groß auf. Tagger nahm ihrer routinierten Gegnerin bereits in Golubics erstem Aufschlagspiel das Service ab, zog auf 3:0 davon und stellte mit dem zweiten Break auf 5:1. Ein Vorsprung, den sich die erst 17-jährige Osttirolerin nicht nehmen ließ. Tagger verwertete ihren ersten Satzball nach nur 26 Minuten zum 6:1. Bemerkenswert: Sie gab bei eigenem Aufschlag bloß drei Punkte ab.
Im zweiten Durchgang wurde Golubic dann stärker. Die Schweizerin nahm Österreichs Tennis-Wunderkind bereits den Aufschlag zum 2:0 ab. Die 17-Jährige, die von Italiens Ex-Weltklasse-Spielerin Francesca Schiavone betreut wird, konnte da noch kontern, holte sich das sofortige Re-Break und nahm der 33-Jährigen zum 4:3 neuerlich den Aufschlag ab. Danach schwächelte Tagger aber vor allem beim zweiten Aufschlag. Golubic holte das Break auf und verwertete ihren zweiten Satzball bei Aufschlag Tagger zum 6:4.
Im dritten Durchgang schwanden bei Tagger zunächst die Kräfte, die Osttirolerin wackelte beim Aufschlag, während Golubic ihre Routine ausspielte und der 17-Jährigen den Aufschlag zum 3:1 abnahm. Doch die Osttirolerin bewies Kampfgeist und stemmte sich mit dem Re-Break zum 4:5 gegen die Niederlage, wehrte mit dem eigenen Aufschlag sogar drei Matchbälle ab, um auf 5:5 auszugleichen. Danach hatte Golubic nichts mehr zu melden. Tagger nützte ihren ersten Matchball zum 7:5.