Oberösterreich

Teuerung trifft Tennis – Winter-Abo kostet 60 Euro mehr

Zuschlag beim Aufschlag: Ein Linzer Sportveranstalter erhöht den Preis seines Tennis-Winter-Abos.
Johannes Rausch
23.08.2022, 16:43
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Wie "Heute" berichtete, sind auch die Bereiche Freizeit und Kultur von der Teuerung betroffen. Laut Statistik Austria gab es zuletzt bei Freizeit- und Kulturdienstleistungen einen Preisanstieg von 3,3 Prozent.

Begeisterte Linzer Tennisspieler spüren die Folgen der Teuerung nun ebenfalls: Um fast 60 Euro mehr verlangt der Sport- und Kulturveranstalter LIVA für sein neues Winter-Tennis-Abo (Mitte Oktober bis Ende April, 28 Stunden). Vergangene Woche wurden Abonnenten über einen Preissprung informiert: Von 585 Euro im vergangenen Jahr auf rund 643 Euro für die kommende Hallensaison.

In Summe bedeutet das zwei Euro mehr pro Abo-Stunde: Kostete eine Stunde Tennis im Rahmen des Winter-Abos vergangenen Winter 20,89 Euro, so sind ab sofort laut LIVA 22,96 Euro fällig. Allerdings sind Abo-Stunden generell günstiger als Einzelstunden, betont der Betreiber.

Die LIVA ist damit nicht alleine, im ganzen Land müssen Betreiber von Sporthallen empfindlich mehr für Energie zahlen - und somit wohl die Preise erhöhen.

Laufende Kosten, laufende Spieler

Ein LIVA-Sprecher kommentiert die Preiserhöhung gegenüber "Heute"so:  "Das hat mehrere Gründe. Wir brauchen immer wieder Infrastruktur-Maßnahmen, außerdem hängt es natürlich auch mit der aktuellen Preisentwicklung zusammen. Auch laufende Kosten müssen wir decken."

Der Sprecher betont den Willen, "ein günstiges Abonnement zu schaffen": "Wir sind vergleichsweise günstig. Unsere letzte Tariferhöhung liegt schon 10 Jahre zurück. Seitdem waren einige Investitionen notwendig, wie zum Beispiel unsere neue LED-Beleuchtung, die im Frühjahr installiert wurde." Doch es gebe "keine Zusatzkosten und keinen Mitgliedsbeitrag." Man erhöhe maßvoll.

"Ums Überleben kämpfen"

Hans Sommer, Präsident beim Oberösterreichischen Tennisverband (OÖTV), zeigt sich angesichts der bevorstehenden Hallensaison pessimistisch: "Ich sehe schwarz." Für Hallenbetreiber sei die Energiekrise eine "Herausforderung".

Hans Sommer, OÖTV-Präsident
OÖTV

Betreiber einer festen Halle seien gegenüber den Traglufthallen "im Vorteil": "Bei den Traglufthallen geht energiemäßig viel verloren. Demnach müssen diese Betreiber ums Überleben kämpfen." Traglufthallen sind Hallen, die durch ein inneres Gebläse aufrechterhalten werden.

"Keine Klarheit"

Auch er als OÖTV-Mitarbeiter könne derzeit nicht mehr sagen, da es keine Informationen gäbe: "Es gibt keine Klarheit, wir erfahren im Moment nichts, weder von der Regierung noch von sonst jemandem."

"Die Verträge mit den Energielieferanten laufen ja bis Jahresende. Man wird also erst dann die Abrechnungen sehen. Der Energiebonus kann die Teuerung jedenfalls beim Hallenbesitzer auch nicht ausgleichen", so Sommer.

Schwierig sei es für private Hallenbetreiber, die in den nächsten Tagen die Abos an ihre Mitglieder ausschicken. Jene können derzeit nicht den Energiepreis der nächsten Monate abschätzen. Außerdem wisse niemand, "wie sich die Preise entwickeln."

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