"Emotional geht es mir besser. Ich bin ausgeglichener als zu meiner Zeit als Sportler", sagt Dominic Thiem zu "Heute". "Ich denke, das ist das Los als Spitzensportler. Die geilen Zeiten von früher bei Siegen habe ich nicht mehr, dafür fallen jetzt auch die emotional schlechten Tage weg."
Ein Jahr nach seinem emotionalen Rücktritt kehrt der 32-Jährige heute in der Wiener Stadthalle beim "Red Bull BassLine" in sein Tennis-Wohnzimmer zurück. "Für mich bedeutet das viel. Ich habe dort einfach so viele schöne Erinnerungen", sagt Thiem.
Sechs Stars duellieren sich ab 19 Uhr in einem Tiebreak-Turnier – der US-Open-Sieger ist einer davon. Auch Andrey Rublev ist fix dabei, Vorjahresfinalist Alexei Popyrin ersetzt Gael Monfils, der verletzt absagen musste.
7.000 Fans werden erwartet, Tickets gibt es noch. "Ich hoffe, dass ich gut aussehe und ein Match gewinnen kann", sagt Thiem. Fünf Mal trainierte er in den letzten zwei Wochen Tennis. "Davor habe ich aber zwei Monate gar nicht gespielt."
Sport heißt für ihn ein Jahr nach seinem Rücktritt vor allem Fußball. "Ich spiele drei bis vier Mal in der Woche." Thiem kickt in einem Hobbyteam. "Am Sonntag bin ich beim Match von einem Gegner niedergeholzt worden, aber das ist okay." Ist er als Fußballer besser geworden? "Ich hoffe, ja."
Tennis verfolgt Thiem. Dass die Stars einerseits über den vollen Kalender klagen und beim Six Kings Slams dann bis zu sechs Millionen Euro pro Spieler kassieren, kann er nachvollziehen. "Die Belastung durch den Kalender war und ist unfassbar groß. Es gibt aber keinen Spieler, der bei diesen Summen Nein sagen kann. Ich denke, da muss ich die Spieler schützen."
In der Akademie seines Vaters Wolfgang im Burgenland spielt Dominic hin und wieder mit den Talenten. Er will die Ältesten am Sprung ins Erwachsenentennis beraten, als Trainer sieht er sich nicht. "Da bin ich nicht hart genug im Durchsetzen."