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Thiem mit Ultimatum: "Dann muss ich mir was überlegen"

Dominic Thiem war nach dem Paris-Blitzaus niedergeschlagen. Sein Team und die Methoden will er vorerst nicht ändern. Ein Ultimatum gibt es aber.
Martin Huber
23.05.2022, 08:00

Sieben Spiele, sieben Pleiten! Dominic Thiem bleibt bei seinem Comeback ohne Erfolgserlebnis. Die jüngste Niederlage in Runde eins bei den French Open schmerzte den 28-Jährigen aber besonders.

Thiem war in Paris beim 3:6, 2:6, 4:6 gegen den Bolivianer Hugo Dellien ohne Chance. Die Fans und Servus-TV-Tennisexperte Alexander Antonitsch vermissten aber auch ein Aufbäumen bei der ehemaligen Nummer drei der Tennis-Welt.

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„"Bei mir geht es noch nicht einmal im Training perfekt"“

"Wenn ich ehrlich zu mir bin, war ich bei all den Matches, die ich gespielt habe, ziemlich weit von einem Sieg entfernt", gab Thiem nach dem Match mit leerem Gesichtsausdruck zu.

Sein Vater Wolfgang Thiem hatte zuletzt auf einen Dreckssieg gehofft, der den Schalter umlegen würde. Thiem ist sich da nicht so sicher. "Jeder sagt, dass man immer 10 bis 20 Prozent in der Garderobe liegen lässt, weil man nervös und angespannt ist. Bei mir geht es noch nicht einmal im Training perfekt. Ich kann nicht erwarten, dass es im Match passiert."

„"Es wird noch ein paar Monate dauern, bevor ich bereit bin, wieder die Topleute zu schlagen"“

Nach seiner Handgelenksverletzung würde Thiem erst seit rund sechs Wochen konstant trainieren. "Das ist einfach nicht lange genug, besonders für die Verletzung, die ich hatte." Darum gibt er sich auch mehr Zeit. "Es wird noch ein paar Monate dauern, bevor ich bereit bin, wieder die Topleute zu schlagen."

Seit seiner Jugend sei es so gewesen, dass er lange brauche. "Nach zehn Monaten ohne Spiel und mit einer schweren Handgelenksverletzung dauert es lange, aber es kann sein, dass sich andere Spieler viel leichter tun."

Thiems Ex-Coach Günter Bresnik hatte das zuletzt gegenüber "Heute" angesprochen. 

Thiem erklärt Tief

„Mir geht nicht eine spezielle Sache ab, aber viele", erklärt Thiem sein Tief und spart dabei auch nicht mit Selbstkritik. "Natürlich ist da noch nicht genug Power in meinen Schlägen, und es ist nicht nur die Vorhand. Ich habe eine viel zu geringe Prozentzahl beim ersten Aufschlag. Der erste Aufschlag tut dem Gegner nicht genug weh, die Rückhand ist okay, aber noch nicht lang genug und nicht schnell genug. Und manchmal treffe ich während einer Rallye wirklich dumme Entscheidungen."

"Manchmal treffe ich während einer Rallye wirklich dumme Entscheidungen. Stopps oder im falschen Moment entlang der Linie. In einem Game heute habe ich vier oder fünf Vorhand-Returnfehler in Folge gemacht. Da habe ich mich gefragt, 'was zur Hölle geht da ab, ich wollte ihn nur reinspielen'."

Vorerst keine Änderungen im Team Thiem

Viel sei auch eine Frage des Selbstvertrauens. Noch will er will weder an seinem Umfeld („das wäre unfair“) etwas ändern, noch an seinem Spielstil. „Ich werde den Weg weitergehen, mit hundertprozentiger Intensität zu spielen, der mich erfolgreich gemacht hat."

Ein Ultimatum setzt er sich aber dennoch. "Wenn ich am Ende des Jahres dastehe und ich sehe keine Entwicklung, dann muss ich mir was überlegen."