A taste of KEKS: Der Jahreswechsel ...

Der junge Mann überstand Silvester bester als gedacht. 
Der junge Mann überstand Silvester bester als gedacht. ©CKFotografie, privat
"Heute"-Redakteurin Christine Kaltenecker erzählt von ihrem Leben mit zweieinhalb Hunden und wie Welpe "Keks" den Alltag völlig durcheinander bringt.

Na, oida! Eigentlich sollte man das Neujahr niemals mit "Zeter und Mordio" beginnen und schon gar nicht im jugendfreien Hundeblog darüber schreiben, aber fragen muss ich dennoch, ob einigen Austrianern noch zu helfen ist? 

Klimaschützer woll'ma sein, immerhin hat der Offspring deshalb jeden Freitag entschuldigt schulfrei und Erwachsene picken sich an Kunst und Hobbys. Kein Geld hamma, denn Gas, Strom, Holz, Öl und sowieso sonst alles frisst sich wie die Motte ins Börserl, aber ...? Dämliche Böller und zischende Raketen schießen wir schon ab 28. Dezember in die Atmosphäre. Außer einem wirbelausrenkenden Kopfschütteln fällt nicht mal mehr mir dazu etwas ein. Vermutlich bin ich aber sogar noch in meinem kleinen, altromantischen Berndorf auf der Insel der Glückseeligen und kann nur erahnen, wie es sich wohl in einem Ballungsraum mit der Lärmentwicklung um die Jahreswende verhält. Nichts desto trotz, jeder Zisch/Knall/Rumms/Peng ist ein Schreckensmoment zu viel - zumindest für die Tiere - und ich kanns auch nicht leiden. 

Drei Hunde und die bunten Lichter

Mit mehreren Hunden ist man generell dazu angehalten, den Abend zuhause zu verbringen um den Vierbeinern den menschlichen Stumpfsinn zu erleichtern. "Kirby" war glücklicherweise immer schussfest und ist mittlerweile wirklich schon so taub, dass er das Gekrache Ende Dezember locker überhört. "Kennedy" allerdings, ist mein absolutes Sorgenkind und auch der Grund dafür, dass ich keinesfalls je an einer Silvesterparty auswärts teilnehmen kann. Ihr Blick und ihr Flucht in die kleinsten Ecken drinnen und dichtesten Büsche draußen zeugen von wirklicher Todesangst, die mich einfach jedes Jahr aufs neue zornig auf meine Mitmenschen macht. Sie wird also chemisch beruhigt, da ich der Meinung bin - KEIN Medikament kann so viel anrichten, wie diese tiefsitzende Angst, die meine Hündin stundenlang nicht loslässt. 

Donnerzucki

Und der "Keks"? Das war die große Frage. Da wir hier am Land natürlich nicht umhin kommen im Wald und auf der Heide (Trallala) auch einmal Schüsse hören zu müssen, konnte ich ungefähr erahnen, wie der Kleinste wohl darauf reagieren würde. Nämlich cool. Er hört, er guckt, er schnüffelt weiter. In weiser Voraussicht, trainierte ich mit ihm aber natürlich auch das berühmte "Donnerzucki". Für jene, die es nicht kennen - wenn es knallt, kracht, einfach laut ist draußen, wird der gierige "Keks" beim Blickkontakt mit leckeren Zuckis bestätigt. Hat natürlich nur wirklich Sinn bei Hunden, die sich nicht vor Geräuschangst ins Fell machen. "Kennedy" würde nie, nie, niemals ans beste Leckerchen denken, wenn ein Schuss fällt und wäre auch nie, nie, niemals bestechlich. 

3 ... 2 ... 1 ... Prosit

"Kennedys" Medikamente zeigten ihre Wirkung, denn sie döste friedlich in ihrem therapeutisches Hundebett unterm Küchentisch. "Kirby" wusste keinen Grund, warum die Rollos alle unten waren und verlangte stündlich nach draußen in seinen Garten und "Keks" knabberte an einem Ochsenziemer. Als dann schlussendlich die Pummerin im TV ertönte, nachdem man sich traditionell über "the same procedure of every year" amüsierte, machte ich die Probe aufs exempel, holte meine Buben ins Badezimmer und öffnete das Fenster. 

Ein kleiner Kirby

"Keks" reagierte genau wie "Kirby" auf die bunten Lichter, die gen Himmel zischten. Das Gekrache dabei war völlig uninteressant, aber das Lila, Grün und Weiß hat dort oben überhaupt nix verloren, oder? "Kirby" bellte zwei-, dreimal und widmete sich dann wieder seiner Knabberei (*Kenn ich schon ...*). "Keks" beäugte das Spektakel aber sehr genau und verstand auch den Sinn und Zweck (Was genau war denn der, nochmal?) überhaupt nicht. Erst als mehrere Schüsse kurz hintereinander fielen, zog er sich aus dem Badezimmer zurück und zeigte seine Aufregung, indem er (Husky-) heulend durchs Haus lief. 

Schnell konnte ich ihn mittels "Donnerzucki" beruhigen und ihm sein Larger-Than-Life-Ego aufbauen. Wir halten also fest, bis auf "Kennedy" kommen meine Hunde sehr gut mit dem Jahreswechsel zurecht, auch wenn es für einen schussfesten und souveränen Hund ebenfalls entbehrlich wäre. Meiner Ansicht nach, ist diese Tradition allerdings eine, von der man sich endlich verabschieden könnte - was meinst du? 

Christine Kaltenecker wurde bereits in ein Haus mit Hund hinein geboren und entschied sich bewusst für ihren ersten, eigenen Hund mit 14 Jahren ("Damien", 1997 - 2011)

Seelenhund "Kirby" (14) wurde ihr als Notfallwelpe zur Flaschenaufzucht von einem Tierschutzverein aus der Slowakei überbracht und ihr einziges Mädchen "Kennedy" (5) bekam sie ebenfalls als Pflegehund, nachdem sie in ihrem Zuhause mit neun Monaten plötzlich unerwünscht war.

Zuletzt zog Terrorkrümel "Keks" am 16. August ein und stellt das harmonische Rudel ganz schön auf den Kopf.

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