Haustiere

"Rücksitz-Lamm" darf Ersatzmama weiter anhimmeln

Das Salzburger "Rücksitz-Lamm" lebt jetzt schon mehr als zwei Wochen bei den Pfotenhilfe-Chefs Johanna und Jürgen Stadler. Dort soll es bleiben.

Christine Kaltenecker
"Rücksitz-Lamm" Chili wird in der Pfotenhilfe bleiben dürfen.
"Rücksitz-Lamm" Chili wird in der Pfotenhilfe bleiben dürfen.
©Pfotenhilfe

"So soll es sein, so soll es bleiben", könnte man singen, wenn man das ehemalige "Rücksitz-Lamm" Chili aus Salzburg im Familienverband der Pfotenhilfe-Chefs Johanna und Jürgen herumtollen sieht ("Heute" berichtete). Sogar mit den Hunden versteht sich das Lämmchen prima und Jürgen ist sowieso die "Mama" die auf Schritt und Tritt verfolgt wird. Kaum auszudenken, dass die Quarantäne in zwei Wochen vorbei sein und das kleine Schaf vielleicht wieder einem Langstreckentransport ausgesetzt werden soll? Nix da - "Chili" darf in Lochen bleiben: Schlachtfrei und geliebt.

Ein Schaf unter Wölfen

Sie entwickelt sich prächtig, ist extrem anhänglich und wurde sogar von Stadlers Hunderudel aufgenommen, das mit Chili spielt, herumtollt, kuschelt und sie auch beschützt. Eine Familienidylle, die ihresgleichen sucht, wie die neuesten Videos eindrucksvoll zeigen. Und in zwei Wochen soll Chili von ihrer geliebten Familie getrennt und wieder einem Langstreckentiertransport ausgesetzt werden? Unvorstellbar!

Der Tierschutzexperte und ehemalige Amtstierarzt Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer sagt: "Am vernünftigsten und tiergerechtesten wäre es doch, das Lamm weiterhin bei der Pfotenhilfe zu belassen. Dort ist es bestens betreut, dort hat es seine Bezugspersonen, was für sein Wohlbefinden immens wichtig ist. Alles andere, inklusive einem weiteren Langstreckentiertransport, wäre für das Tier nur Stress und eine völlig unnötige Verschlechterung, die niemand wollen kann!"

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    Am späten Donnerstagabend wurde der Tierschutzhof Pfotenhilfe in der Grenzregion Salzburg/Oberösterreich vom Salzburger Tiertransportinspektor zu Hilfe gerufen.
    Am späten Donnerstagabend wurde der Tierschutzhof Pfotenhilfe in der Grenzregion Salzburg/Oberösterreich vom Salzburger Tiertransportinspektor zu Hilfe gerufen.
    ©Pfotenhilfe

    Einzelhaltung und vergessen?

    In Norddeutschland würde Chili eine ungewisse Zukunft, offenbar in auch dort verbotener Einzelhaltung, erwarten. Denn der Fahrer, der Chili in Kroatien in einen PKW gesteckt hat und nach Salzburg gefahren ist, um dort ins Theater zu gehen, hat selbst keine Schafe. Zudem ist nicht klar, was er mit Chili vorhat. "Sie war offensichtlich als lustiges Urlaubssouvenir für seine Kinder gedacht, die allerdings zu dem Lamm gar keine Beziehung haben und auch nach kurzer Zeit das Interesse verlieren werden, sobald es nicht mehr klein und süß ist und der Schulalltag wieder eingekehrt ist", ist Johanna Stadler besorgt.

    "Zudem gibt es dort oben ja wohl genug andere Schafe, die er sich in den Garten stellen kann und die er nicht wieder fast 1.000 km herumkarren muss." Stadler hingegen kann Chili ein schlachtfreies Leben in der großen Schafherde des Gnadenhofes bieten, sofern alle Gesundheitstests Unbedenklichkeit ergeben. Ansonsten steht das Angebot, Chili in "Dauerquarantäne" im Familienverband mit Hunden im fast 4.000 qm großen Garten und Haus der Stadlers leben zu lassen.

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