Feed hängt fest

TikToks hängen – dein Internet ist nicht schuld daran

Kaum ist TikTok in den USA in neue Hände übergegangen, häufen sich Beschwerden. Nutzer klagen über Zensur, fehlende Funktionen und schlechte Inhalte.
Digital  Heute
04.02.2026, 08:59
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die US-Comedienne Megan Stalter macht ihrem Ärger Luft und sagt, was aktuell Tausende TikTok-Nutzer erleben: "Ich kann keine Videos mehr zu ICE hochladen. Löscht TikTok." Solche Aussagen liest man derzeit immer öfter in den sozialen Medien. Wie "20 Minuten" berichtet, gibt es seit der endgültigen Übernahme des US-Geschäfts durch das neue "TikTok US Joint Venture" vor wenigen Tagen zahlreiche Probleme.

Die Plattform wird gerade umgebaut, die User sind sauer. Die Angst wächst, dass TikTok zu einer langweiligen, vom Staat beeinflussten Plattform verkommt – und das spürt man nicht nur in den USA. Auch hierzulande merken Nutzer die Veränderung. Die Konkurrenz wittert bereits ihre Chance.

Weltweit hängende Videos

Die Übernahme betrifft nämlich nicht nur Amerika. Auch in Österreich berichten Nutzer, dass Videos von US-Quellen immer öfter einfrieren oder gar nicht mehr laden. Dieses Problem scheint aber weltweit aufzutreten. In den TikTok-Kommentaren häufen sich Beschwerden, dass überall Videos hängen bleiben.

Vorwürfe der Zensur

In den USA sorgt derzeit ein besonders heikles Thema für Aufregung: Mehrere Nutzer werfen TikTok vor, gezielt Inhalte zur Erschießung von Alex Pretti durch die Einwanderungsbehörde ICE zu unterdrücken. Manche berichten, sie könnten Videos zu Prettis Tod nicht hochladen. Andere sagen, dass zumindest zeitweise bei der Suche nach seinem Namen keine Clips auftauchen.

Diese Behauptungen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der kalifornische Gouverneur, der als Trump-Kritiker gilt, schreibt auf X, sein Team habe einige Hinweise bestätigt, dass Trump-kritische Inhalte unterdrückt worden seien. Neben den ICE-Vorfällen in Minneapolis melden sich auch Stimmen, dass das Wort "Epstein" in Privatnachrichten als Verstoß gegen die Richtlinien gewertet werde. Auch das ist nicht unabhängig bestätigt.

Algorithmus macht Ärger

Es gibt aber noch mehr, was die User aufregt. Seit der Übernahme, so berichten viele, habe sich der Algorithmus massiv verschlechtert. Statt aktueller Inhalte von Lieblingsquellen bekommen sie nur noch alte, belanglose und ungefilterte Videos angezeigt. Die Rede ist von "Slop-Content", der auf TikTok überhandnimmt.

TikTok selbst erklärte in einer Stellungnahme, die Störungen seien auf einen Stromausfall in einem US-Rechenzentrum zurückzuführen. Deshalb dauere es länger, bis Videos hochgeladen und anderen empfohlen werden, sagte ein Sprecher des TikTok-US-Joint Venture gegenüber CNN. Die technischen Probleme bestehen laut TikTok weiterhin und hätten "nichts mit den Nachrichten der letzten Woche zu tun".

Konkurrenz im Aufwind

Was TikTok schadet, freut die Konkurrenz. Auf X melden immer mehr User, dass sie auf andere Plattformen wechseln. Besonders oft wird die chinesische App "Xiaohongshu" – im Westen besser als RedNote bekannt – genannt. Sie wurde Anfang 2025 im Zuge des TikTok-Verkaufs schon einmal sehr beliebt.

Außerdem schießt gerade die App "UpScrolled" in den US-Charts nach oben. Hier kann man wie auf X oder Bluesky Kurzvideos und Textbeiträge teilen. Aktuell liegt sie auf Platz neun der meistgeladenen Gratis-Apps im US-Appstore – direkt vor TikTok.

Geht Social Media der Saft aus?

Während in den USA ein regelrechter Plattform-Krieg tobt, steht Social Media insgesamt vor einer besonderen Situation. Nach Australien hat jetzt auch Frankreich ein Verbot für Minderjährige beschlossen. In vielen anderen Ländern gibt es ähnliche Diskussionen. In Kalifornien stehen Meta und Co. vor einem Gerichtsprozess, der ihr Geschäftsmodell bedrohen könnte.

Seit Ende 2025 häufen sich außerdem Berichte, dass soziale Medien ihren Höhepunkt überschritten haben. Laut einer Studie eines Marktforschungsinstituts, auf die sich die Financial Times beruft, ist die Nutzung sozialer Medien in den letzten Jahren zurückgegangen. Besonders junge Leute verbringen in Zeiten von Bots und KI-generiertem Slop immer weniger Zeit auf den Plattformen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 04.02.2026, 11:51, 04.02.2026, 08:59
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen