Tiroler Landesräte treten fast zeitgleich zurück

Landesrat Bernhard Tilg (ÖVP), Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP).
Landesrat Bernhard Tilg (ÖVP), Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP).EXPA / APA / picturedesk.com
Am Dienstag gaben Tirols Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (beide ÖVP) ihre Rücktritte bekannt.

Fast zeitgleich wurden die Rücktritte der beiden ÖVP-Landesräte am Dienstagabend bekannt – und beide kommen überraschend. Zoller-Frischauf (ÖVP) gab in einer persönlichen Erklärung bekannt, dass sie bereits nach der Landtagswahl 2018 "für mich persönlich beschlossen" habe, zur "Halbzeit" der Legislaturperiode in den Landtag zu wechseln. Darüber sei auch Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) informiert gewesen – Corona habe den Schritt nur etwas verzögert.

Mit dem guten Voranschreiten der Impfung und den geplanten Öffnungsschritten am 19. Mai sei nun aber der Zeitpunkt gekommen und sie habe Platter "darüber informiert, dass ich diesen Schritt nun setzen möchte", so Zoller-Frischauf. Voller Vorfreude wechsle sie nun in den Tiroler Landtag und freue sich auf die neue Herausforderung. Während erst noch offen war, wer die Nachfolge der Politikerin antreten soll, kam es zum nächsten Rücktritt.

"Alles abverlangt"

Gesundheitslandesrat Tilg (ebenfalls ÖVP), der in der Corona-Pandemie zur Zielscheibe von massiver Kritik wurde, gab ebenfalls seinen Rückzug bekannt. Tilg hatte in der Causa Ischgl vehement darauf beharrt, dass die Gesundheitsbehörden und das Land Tirol "alles richtig gemacht" hätten – und dies in einem TV-Auftritt in der ORF-"ZiB 2" beinahe gebetsmühlenartig wiederholt

Tilg gab bekannt, dass "vieles" in "dieser Zeit" gelungen sei und verwies auf Rettungswesen-Reform, die neue Pflegeausbildung und Spitalsreformen. Doch auch ihm habe die Zeit "alles abverlangt", es habe aber eine Überlastung der Spitäler verhindert werden können. Tilg will nach eigenen Angaben nicht weiter in der Politik bleiben – er kehrt als Professor für Medizintechnik und Medizininformatik an die Privatuniversität UMIT zurück. 

Wirtschaftslandesrat soll nun der Landtagsvizepräsident Anton Mattle, Gesundheitslandesrätin die Geschäftsführerin des Sanatoriums Kettenbrücke Annette Leja werden.

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