"Mein Mann ist wegen einer dummen Sache an einem leeren Strand gestorben." – Diese bittere Erkenntnis teilt die Witwe jenes Mannes, der bei einem Streit um eine Strandliege in Griechenland zu Tode gekommen war. Die Frau gab laut 20 Minuten der griechischen Zeitung "Protothema" ein Interview. Der Strand sei zu diesem Zeitpunkt praktisch menschenleer gewesen. "Plötzlich wollte ein Paar unsere Sonnenliegen haben, obwohl der Strand an dieser Stelle leer war."
Sie und ihr Mann hätten darauf hingewiesen, dass genügend freie Liegen und Sessel zur Verfügung stehen. Doch dann, so die Witwe, sei der andere Mann ausgerastet. "Der Herr, der jetzt in Haft sitzt, hat meinen Mann angegriffen, ihm ins Gesicht und auf den Oberkörper geschlagen. Er ist zu Boden gefallen", schildert sie.
Der 76-Jährige, der für den Tod des Pensionisten verantwortlich gemacht wird, erzählt die Geschichte gegenüber dem Sender "Mega TV" ganz anders. Er sei mit seiner 21-jährigen Begleiterin unterwegs gewesen, um Liegen zu holen. Das ältere Paar habe mehrere Liegen und Sessel mit Gegenständen belegt, obwohl sie nur zu zweit waren.
Der 82-Jährige habe daraufhin seine Begleiterin beschimpft und geschlagen. "Er hat sich umgedreht und auch mich geschlagen", sagt der 76-Jährige. "Ich habe zu ihm gesagt: 'Du schlägst Frauen, du Mistkerl.' Er war es, der zuerst zugeschlagen hat." Er selbst sei benommen zu Boden gegangen. Ein Bekannter bestätigt diese Version.
Unbestritten ist, was sich danach abspielte: Im Handgemenge erlitt der 82-Jährige einen Herzstillstand. Helfer und Helferinnen brachten ihn in die Strandambulanz, setzten einen Defibrillator ein und versuchten viermal, ihn wiederzubeleben. Rund eine Stunde später verstarb er im Spital in Voula.
Wer die erste Ohrfeige verteilt hat, ist weiterhin unklar. Die Aussagen der Beteiligten widersprechen einander. Augenzeugen sprechen von chaotischen Szenen – das Geschrei sei bis ans andere Ende des Strandes zu hören gewesen.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben: gegen den 76-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge, gegen die 21-Jährige wegen Beihilfe, Drohung und Beleidigung. Beide sollen am Mittwoch vor dem Untersuchungsrichter aussagen. Der 76-Jährige bestreitet die Vorwürfe.