Wenn Donald Trump am Dienstag bei den Vereinten Nationen ans Rednerpult tritt, soll technisch nichts mehr schiefgehen. Nach den Pannen bei seinem Auftritt im vergangenen Jahr hat die UNO unter anderem die Rolltreppe und den Teleprompter unter die Lupe genommen.
Hintergrund sind Trumps Beschwerden über mehrere technische Probleme bei der vergangenen UNO-Generaldebatte. Der US-Präsident hatte damals sogar von einer angeblichen "Sabotage" gesprochen.
Besondere Aufmerksamkeit bekommt diesmal eine Rolltreppe im New Yorker UN-Hauptquartier. Diese sei vor dem neuerlichen Trump-Auftritt "überprüft und noch einmal überprüft worden", erklärte Stéphane Dujarric, Sprecher von UNO-Generalsekretär António Guterres, am Montag.
Im vergangenen Jahr war die Rolltreppe stehen geblieben, als Trump und seine Ehefrau Melania darauf unterwegs waren. Beide mussten daraufhin zu Fuß weitergehen.
Trump warf der UNO erst vergangene Woche erneut vor, die Rolltreppe damals absichtlich "abgestellt" zu haben. Dabei schilderte er auch den Zwischenfall mit seiner Frau: "Glücklicherweise war die First Lady sehr stark, und ich konnte mich an ihrem Rücken oder an einem anderen Körperteil festhalten. Es war tatsächlich ein bisschen weiter unten als der Rücken"
Doch die Rolltreppe war nicht das einzige Thema. Auch beim Teleprompter, der während Trumps Rede im vergangenen Jahr nicht funktioniert hatte, wurden Maßnahmen getroffen.
"Es wurden neue Vorkehrungen getroffen, um der US-Delegation die Nutzung des Teleprompters zu erleichtern", sagte Dujarric. "Wir hoffen, dass damit alles reibungslos funktioniert."
Guterres freue sich darauf, die diesjährige Rede des US-Präsidenten zu hören, erklärte sein Sprecher. Trump hatte nach seinem vergangenen Auftritt zusätzlich Probleme mit der Tonanlage beklagt. Seine rund einstündige Rede sei seiner Darstellung zufolge nicht gut zu hören gewesen.
Die Vereinten Nationen hatten Trumps Darstellung der Vorfälle bereits im vergangenen Jahr widersprochen. Demnach wurde der Teleprompter von Mitarbeitern des Weißen Hauses selbst betrieben.
Für den Stillstand der Rolltreppe gab es laut UNO ebenfalls eine andere Erklärung. Ein Sicherheitsschalter sei versehentlich ausgelöst worden. Vermutlich habe ein Videoreporter, der Trump und Melania filmen wollte, den Schalter aktiviert.
Auch zu Trumps Kritik an der Tonanlage äußerte sich die UNO. Diese sei so konzipiert, dass Teilnehmer der Vollversammlung die Reden über Kopfhörer mit Übersetzungen in sechs verschiedenen Sprachen verfolgen können.
Seinen Auftritt im vergangenen Jahr hatte Trump auch für grundsätzliche Kritik an den Vereinten Nationen genutzt. Nach den technischen Problemen legte er auf seiner Plattform Truth Social noch einmal nach.
"Kein Wunder, dass die Vereinten Nationen nicht in der Lage waren, die Aufgabe zu erfüllen, für die sie gegründet wurden", schrieb Trump dort.