Der Schock nach der Amokfahrt beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin am Samstagabend sitzt auch einen Tag später tief und sorgt weit über Deutschland hinaus für Entsetzen. Ein 21-Jähriger soll mit einem Transporter in eine Menschenmenge gerast und anschließend mit einer Machete auf Menschen losgegangen sein. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Personen verletzt. Der mutmaßliche Täter Abdul B. ist weiterhin auf der Flucht.
Mitten im Chaos war auch die Wienerin Patrizia (23). Die Medizinstudentin feierte am Samstagabend beim CSD, als sich der Terror ereignete. "Wir waren etwa fünf Gehminuten vom Tatort entfernt, als auf der Bühne plötzlich zu lesen war ,Evakuierung‘", berichtet sie im Gespräch mit der "Krone".
Potsdamer Platz und Siegessäule seien zu meiden, hieß es. "Niemand wusste, was passiert war. Sofort war ein Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort. Ich zählte sieben Rettungsautos, Hubschrauber kreisten mit Suchscheinwerfern", so die Wienerin weiter. Für sie sei sofort klar gewesen, dass etwas Schlimmes geschehen sein musste. "In Todesangst sind wir aus dem Park geflüchtet."
Erst über das Smartphone erfuhr sie schließlich von dem Anschlag und verfolgte die weiteren Entwicklungen. Innerhalb kürzester Zeit seien die Straßen und Plätze rund um das Veranstaltungsgelände menschenleer gewesen.
Am Sonntag herrschte am Ort des Anschlags tiefe Betroffenheit. Dort, wo die Gewalttat die große Open-Air-Veranstaltung abrupt beendet hatte, legten Menschen Blumen nieder und entzündeten Kerzen, um der Opfer zu gedenken.