Teamkollege von Thomas Rohregger stürzt mehr als 20 Meter tief ab, Wiederbelebungsversuche erfolglos. Vierter Todesfall in der Geschichte des Rad-Klassikers, Rennarzt: Es war leider nichts mehr zu machen.
Der 94. Giro d’Italia trägt Schwarz! Der belgische Radprofi Wouter Weylandt – Teamkollege des Tirolers Thomas Rohregger – stürzte bei der dritten Etappe auf der Abfahrt vom Bocco-Pass mehr als 20 Meter ab und erlitt dabei einen tödlichen Schädelbasis-Bruch. „Er streifte mit einem Pedal die Mauer, verlor die Kontrolle und fiel über eine Böschung auf die weiter unten liegende Fahrbahn, er blutete stark im Gesicht“, berichtet ein geschockter Zeuge. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. „Als wir eintrafen, war er bewusstlos“, rekapituliert Rennarzt Giovanni Tredici (It) die furchtbaren Momente. „Wir kämpften 40 Minuten um sein Leben, aber es war für uns leider nichts mehr zu machen.“
Weylandt ist der vierte Todesfall in der Geschichte der Italien-Rundfahrt. Besonders tragisch: Freundin Sophie ist schwanger, erwartet im September das erste Kind. Im Vorjahr gewann der 26-jährige Sprinter ausgerechnet die dritte Etappe des Giro. Erst seit heuer fährt er im Team Leopard-Trek, gemeinsam mit dem Brüder-Paar Fränk und Andy Schleck (Lux) sowie dem Österreicher Thomas Rohregger. Der erhielt im Ziel die Nachricht vom Tod des Kollegen. „Unglaublich, das ist unfassbar. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, war der Tiroler tief erschüttert.
Die Siegerehrung wurde selbstverständlich abgesagt. Den Sieg auf der dritten Etappe holte sich der Spanier Angel Vicioso im Sprint. Der Schotte David Millar eroberte das Rosa Trikot des Gesamtführenden.