Oberösterreich

Todesstrecke von Adlwang: 70er-Zone wird eingeführt

9 Menschen ließen auf der Nußbacher Landesstraße in Adlwang ihr Leben. Die Petition der Gemeinde zeigte nun Erfolg: die Strecke wird zur 70er-Zone.
Claudia Ruzmarinovic
29.09.2020, 16:10

Es sei schonmal ein erstes Zeichen dafür, dass die Sorgen der Anrainer ernst genommen werde, aber eine wirkliche Lösung seien die festgelegten Maßnahmen nicht, erklärt Vizebürgermeisterin von Adlwang Maria Achathaler im Gespräch mit "Heute". Montag tagte ein Runder Tisch mit Vertretern der Verkehrsabteilung des Landes OÖ , der Bezirkshauptmannschaft Steyr, der Straßenmeisterei und der Polizei.    

Die Forderung die es zu besprechen galt: die Installation eines Fixradars auf der Nußbacher Landesstraße. Die Gemeinde sammelte dafür Stimmen über eine Online-Petition.

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Polizeipräsenz wird erhöht 

Seit Jahren verleitet die Landesstraße Lenker zur Raserei. Neun Menschen, davon fünf in den letzten 7,5 Jahren, verloren dort bei Staßenkilometer 5,3 wegen überhöhter Geschwindigkeit und Leichtsinn ihr Leben. Erst am 19. April kam es auf dieser Strecke zu einem tödlichen Autounfall bei dem eine 15-Jährige und ein 20-Jähriger starben. Vor gut einer Woche fand der Prozess gegen den 19-jährigen Todeslenker statt. Er wurde zu vier Monaten Gefängnis (rechtskräftig) verurteilt. Wir berichteten

Neben Gesprächen gab es am Montag auch eine gemeinsame Begehung, dabei kam die BH zum Schluss, eine Geschwindigkeitsbeschränkung festzulegen. Bislang waren auf der Landesstraße 100 km/h erlaubt, nun soll daraus eine 70er-Zone werden. Außerdem soll auch die Polizeipräsenz erhöht werden - "das überwiegend tagsüber", so die Vizebürgermeisterin. Wann die Maßnahmen genau greifen, ist noch nicht bekannt. 

Treffen mit Verkehrslandesrat geplant

Das alles sind aber nicht die Lösung die man sich eigentlich gewünscht hatte. Insbesondere der verstärkte Einsatz der Polizei trage nur bedingt dazu bei, dass sich die Anwohner in Zukunft sicherer fühlen könnten. Denn gerast werde vorwiegend dann, wenn die Polizei nicht vor Ort sei. Vor allem in der Nacht werde die Landesstraße häufig zur Rennstrecke. "Nur ein fix installiertes Radar, das in beide Fahrtrichtungen misst, kann die Raser dauerhaft einbremsen", argumentiert Achathaler.

Der BH allerdings seien in Sachen Radar die Hände gebunden, über die Installation entscheide letztlich Verkehrslandesrat Günther Steinkellner. Ihm möchte Achathaler demnächst die Petition (hat mittlerweile über 2.400 Unterstützer, 470 davon auf Papier) übergeben und noch einmal auf die "dringlichkeit eines Radars hinweisen".

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