Todkranke Nicola – tolle Nachricht am 14. Geburtstag

Nicola (14) muss behandelt werden
Nicola (14) muss behandelt werdenprivat
Nach jahrelangen Kämpfen um die teure Behandlung von Georg und Nicola, gelang nun der Durchbruch: Der Bub, Nicola und deren Mutter werden behandelt.

Große Hoffnung für mehrere Schwerkranke dank dem Sieg laut Ersturteil für Georg (15, "Heute" berichtete), Nicola (14) und deren Mutter. Denn Anwältin Karin Prutsch boxte mit Ausdauer und klugen Schachzügen vor Gericht das Recht auf die teure und einzig wirksame Behandlung durch und will jetzt noch weiteren Patienten helfen.

Spritze über 70.000 €

Aber der Reihe nach: Seit Jahren berichtet "Heute" über das Schicksal des kranken Georg (15) aus der Steiermark. Der an einer seltenen Muskelerkrankung leidende Steirerbub (Anm.: Spinale Muskelatrophie) ist auf eines der teuersten Medikamente weltweit angewiesen: Spinraza. Eine Spritze kostet über 70.000 Euro, mehr dazu hier.

Doch der Träger, in diesem Fall die KAGes, legte sich quer, verweigerte die teuren Spritzen. Der Vorstand der KAGes, der ans Budget denken muss, sagte noch im Jahr 2018 in Richtung der Mutter von Georg (damals 12): "Das was Sie hier wollen, ist Wunschmedizin. Wir werden keinen Behandlungsvertrag abschließen. Finden Sie sich mit Ihrem Schicksal ab. Mit Spritzen würde Ihr Sohn noch länger leiden. Und auch gesunde 12-Jährige sterben."

Spenden für Georg

Doch die renommierte Grazer Anwältin setzte alle Hebel in Bewegung und fightete, gemeinsam mit Mutter und Vereinen, für den kranken Buben. Dieser bekam zwischenzeitlich die nötigen Behandlung dank großzügiger Spenden. Private Gönner hatten Hunderttausende Euro flüssig gemacht, damit Georg das Medikament erhält.

Und wirklich: Nach den Spritzen besserte sich der Gesundheitszustand von Georg merklich. Im Jahr 2020 kam es schließlich nach jahrelangem Rechtsstreit zum Showdown am Zivilgericht Graz: Georg und kurz darauf die ebenfalls schwer kranke Mutter von Nicola bekamen erstinstanzlich Recht - das heißt die KAGes muss die beiden mit dem teuren Medikament behandeln (allerdings kann die KAGes noch Berufung einlegen).

Ja für Nicola an 14. Geburtstag

Dann ging es in der Tat Schlag auf Schlag: Per einstweiliger Verfügung (weil bei der 14-Jährigen so dringend, Anm.) bekam auch die todkranke Nicola (14) die notwendige Behandlung zugesichert. "Grünes Licht bekam sie an ihrem 14. Geburtstag", strahlte Anwältin Karin Prutsch, die sich für ihre Mandanten ehrlich freute. "Mutter und Tochter weinten verständlicherweise vor lauter Freude", berichtet die Juristin.

"Die Mutter von Nicola bekam Anfang der Woche den Anruf, dass Nicola am 7. Jänner bereits den Ersttermin im Spital hat. Bei Nicola ist die Behandlung wirklich lebensnotwendig, sonst könnte sie sterben", so Prutsch weiter und schießt wütend nach: "Die KAGes hat meines Erachtens immer nur auf Zeit gespielt, doch jetzt lassen wir nicht mehr locker." Übrigens: Theoretisch kann die KAGes gegen die einstweilige Verfügung binnen zwei Wochen einen Rekurs einlegen.

Spritze für Georg am 23.2.

Beinahe gleichzeitig erhielt auch die Mutter von Georg Polic einen erfreulichen Anruf aus dem Krankenhaus: "Georg hat für den 23. Februar 2021 im Landeskrankenhaus Graz den nächsten Behandlungstermin mit Spinraza", freut sich die Mutter. Georg, der noch vor drei Jahren dem Tod geweiht war, nicht mehr selbstständig atmen konnte, blühte seit den Spritzen auf - ausführlichen Bericht dazu finden Sie hier. "Es ist deutlich sichtbar, wie gut ihm die Behandlung tut", unterstreicht Anwältin Karin Prutsch.

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