"Nicht zukunftsfähig"

Top-Experte mit düsterer Prognose für Benko-Warenhaus

Die deutsche Kaufhauskette Galeria meldete zu Wochenbeginn Insolvenz an. Handelsexperte Heinemann prophezeit dem Benko-Warenhaus eine düstere Zukunft.
Newsdesk Heute
09.01.2024, 22:36
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Die Pleite der Signa-Gruppe schlägt immer höhere Wellen. Wie bereits am Montag bekannt wurde, muss nun auch Galeria Karstadt Kaufhof Insolvenz anmelden – die dritte seit dem Jahr 2020. Wie das Unternehmen in einer Aussendung bekannt gab, sollen die Zahlungsschwierigkeiten der Signa das "laufende Geschäft massiv behindern" und durch "hohe Mieten und teure Dienstleistungen die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten stark einschränken". 

Um sich aus der Situation zu befreien, kündigte das Galeria-Management an, dass das Führungsteam den Sanierungsweg mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus gemeinsam bestreiten will. "Mit der Befreiung aus den durch Signa gesetzten Rahmenbedingungen strebt Galeria einen Eigentümerwechsel an" heißt es außerdem seitens des Unternehmens. Vielversprechende Gespräche mit potenziellen Investoren seien dazu bereits angelaufen.

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Im "Zeit im Bild"-Interview auf ORF 2 zeigt sich der deutsche Handelsexperte Gerrit Heinemann am Dienstagabend wenig optimistisch, dass der Konzern einen Ausweg aus der schwierigen Situation findet. Die Umsätze würden zeigen, dass die Betriebsform der Warenhäuser nicht mehr zeitgemäß und alles andere als zukunftsfähig sei. Fraglich sei zudem, welchen Wert die vorhandenen Waren und die Namensrechte haben würden. Heinemann schätzt diesen eher gering ein. 

Einen erneuten Zuschuss des deutschen Staates schließt der Handelsexperte kategorisch aus. "Bereits der letzte finanzielle Zuschuss 2020 wurde ohne Auflagen vergeben", so Heinemann. Dieses staatliche Darlehen in einer Höhe von insgesamt 680 Millionen Euro hätte es laut dem Experten niemals geben dürfen. "Das Unternehmen war bereits vor der Corona-Pandemie in tief roten Zahlen", übt Heinemann Kritik. 

"Bei den letzten beiden Insolvenzen wurde seitens der Gläubiger auf ein Kreditvolumen in Höhe von insgesamt drei Milliarden Euro verzichtet", so Heinemann. Diese Summe würde "alle Größenordnungen sprengen". 

"Gesetzeslücken ausgenutzt"

Weitere Kritik hagelt es an der fehlenden Transparenz der Signa-Gruppe. "Wir haben offensichtlich Gesetzeslücken. Dass eine Holding mit wenigen Mitarbeitern als Kleinunternehmen gilt und keinen Konzernabschluss vorlegen muss, gehört dringend durch gesetzliche Seite geändert", stellt der Handelsexperte klar. Es ist fast schon Normalität, dass diese Gesetzeslücken ausgenutzt werden. 

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Auch der Gründung eigener Gesellschaften zum Kauf von Immobilien steht der Experte kritisch gegenüber. Dies diene vor allem dem Grund, dass Konzerne beim Erwerb dieser Immobilien keine Grundsteuer zahlen müsse. Laut Heinemann habe dies ganz offensichtlich der Steuervermeidung gedient.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.01.2024, 22:36