"Sind mitten im Niedergang"

Top-Ökonom Clemens Fuest warnt vor "verlorener Dekade"

Der Chef des deutschen Ifo-Instituts schlägt Alarm: Private Investitionen sind auf dem Stand von 2015. Er fordert einen dringenden Kurswechsel.
Newsdesk Heute
23.07.2026, 21:50
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Die deutsche Wirtschaft steckt in ernsten Schwierigkeiten. Das ist die Kernbotschaft von Ifo-Präsident Clemens Fuest, der bei einer Veranstaltung des OECD Berlin Centre eindringlich vor einem weiteren Niedergang warnte.

"Wir haben eine verlorene Dekade hinter uns und sind mitten in einem wirtschaftlichen Niedergang, in dem sich private Investitionen immer mehr zurückziehen", sagte der Top-Ökonom. Die privaten Investitionen befinden sich demnach auf dem Niveau von 2015.

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Laut n-tv.de sieht Fuest den Ausweg aus dem Konjunkturtal vor allem in mehr Investitionen und Konsumfreude. "Es könnte dadurch nach oben gehen, dass wir binnenwirtschaftliche Impulse haben", erklärte er.

Kritik an Staatsausgaben

Der Staat habe zwar bereits viel Geld in die Hand genommen – etwa für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung. Doch Fuest kritisiert, dass viele Mittel in "Richtung konsumtiver Ausgaben verschoben" werden, statt in echte öffentliche Investitionen zu fließen.

"Wir würden uns wünschen, dass das jetzt wirklich in öffentliche Investitionen fließt, denn die haben einen starken Konjunktureffekt", forderte der Ökonom. Beim Kernhaushalt gelinge es der Bundesregierung bisher nicht, Investitionen zu stabilisieren.

Rüstungsbranche als Lichtblick

Einen der wenigen Lichtblicke sieht Fuest in der Rüstungsbranche. Dort herrsche derzeit Hochkonjunktur, es kamen zunehmend Aufträge herein und immer mehr Start-ups wurden gegründet.

Auch die Lohneinkommen steigen laut Fuest kräftig, weshalb die Voraussetzungen für den Konsum "nicht so schlecht" seien. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigt eine leichte Aufhellung: Im ersten Quartal wuchs die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent.

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.07.2026, 21:50