Wer am Mittwoch durch Wien unterwegs war, rieb sich verwundert die Augen: Statt Autos dominierten plötzlich Traktoren das Straßenbild. Der Grund war eine groß angelegte Demo des "Bündnis Zukunft Landwirtschaft".
Laut ÖAMTC ist der zentrale Sammelpunkt am Stubenring in der Wiener Innenstadt. Der Protestzug soll gegen 14.30 Uhr starten – mehrere tausend Teilnehmer sind angemeldet.
Bereits Stunden vor dem offiziellen Start ging in der City und auf den Zufahrtsstraßen kaum noch etwas. Traktor-Konvois rollten durch Wien und sorgten für massive Verkehrsbehinderungen. Autofahrer mussten starke Nerven beweisen und viel Geduld mitbringen.
Mehrere "Heute"-Leser hielten die ungewöhnlichen Szenen sofort mit ihren Handys fest – solche Bilder sieht man schließlich nicht alle Tage. Ein Wiener kehrte mit seinem Auto sogar wieder um und fuhr wieder in die Garage: "Da geht nichts mehr. Es ist ein totaler Verkehrskollaps in den umliegenden Gassen der Innenstadt."
Passend zum 1. April steht die Demo unter dem Motto: "Mit den Bauern scherzt man nicht". Doch der Hintergrund ist alles andere als lustig.
Die Landwirte schlagen Alarm: Steigende Produktionskosten, sinkende Erzeugerpreise und immer mehr Druck bringen viele Betriebe an ihre Grenzen. In einem Instagram-Posting machte das Bündnis seinem Ärger Luft.
Die Bauern verlangen unter anderem faire Wettbewerbsbedingungen, klare Herkunftskennzeichnung, mehr Wertschätzung für ihre Arbeit und weniger Bürokratie. Auch das umstrittene Mercosur-Abkommen steht massiv in der Kritik.
Der Protest soll bis etwa 16.30 Uhr dauern. Neben dem Autoverkehr sind auch Öffis eingeschränkt: Die Straßenbahnlinien 1 und 2 werden laut Betriebsinfo durch Sperren beeinträchtigt.