Sport

Tour de France-Star wegen Dopingverdachts im Visier

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:31

Radprofi Fränk Schleck gab am Samstag bei einer Dopingkontrolle im Zuge der Tour de France eine anormale Probe ab, wie der Weltverband UCI am Dienstag mitteilte. Der letztjährige Gesamtdritte wurde daraufhin von seinem Team RadioShack aus dem Rennen genommen.

In einer Urinprobe des Luxemburgers wurde das Diurretikum Xipamid. Dieses Mittel dient dazu, Dopingmittel zu verschleiern. Zwar führt der Nachweis dieses Mittel nicht automatisch zu Sanktionen durch die UCI, vorsichtshalber gab RadioShack aber bekannt, dass für Schleck die diesjährige Tour de France zu Ende sei.

Schleck, der im Gesamtklassement auf dem zwölften Rang lag, hat nun vier Tage Zeit, die Öffnung der B-Probe zu beantragen. "Es ist kein Produkt, das in einem von der Mannschaft benutzten Medikament enthalten ist", hieß es in einer Mitteilung des Rennstalls. Daher sei unklar, wie das Mittel in den Urin von Schleck gelangt sei. Man wolle mit den Anti-Doping-Behörden zusammenarbeiten, unterstrich die Mannschaft.

Öffnung der B-Probe beantragt

Schleck hat unterdessen die Öffnung der B-Probe beantragt. Bis diese untersucht wurde, gilt der Luxemburger als unschuldig. "Ich bin aus allen Wolken gefallen", erklärte der Radprofi gegenüber dem Luxemburger Wort. Er erstattete zudem Anzeige gegen unbekannt, weil er der Annahme ist, dass ihm jemand etwas unterschieben will.

Bereits 2008 stand er unter Dopingverdacht, als bekannt wurde, dass er dem spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes Geld überwiesen hatte. Da man ihm glaubte, dass er Fuentes nur für das Erstellen von Trainingsplänen bezahlte, wurde er freigesprochen.

Im Vorjahr war beim Russen Alexander Kolobnew ebenfalls ein Diuretikum entdeckt worden. Der Fahrer wurde daraufhin nur wenige Stunden später von seinem Team Katjuscha aus dem Rennen genommen. Der russische Verband verurteilte ihn daraufhin zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro. Die UCI legte Einspruch ein, scheiterte aber vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) - Kolobnew wurde freigesprochen.

"Diuretika werden im Radsport dazu benutzt, andere Präparate aus dem Körper zu spülen", erklärte Helge Riepenhof, Teamarzt bei Omega Pharma-Quick Step der Nachrichtenagentur dpa. "Die Gabe ist ansonsten kontraproduktiv, weil Diuretika dem Körper Flüssigkeiten entziehen und damit Minerale." In anderen Sportarten wie Boxen oder Bodybuilding werden harntreibende Mittel zur Gewichtsreduzierung verwendet.

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