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Tournee-Aufreger: Gab es Stallorder bei Stoch-Gala?

Heute Redaktion
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Kamil Stoch
Kamil Stoch
Bild: GEPA-pictures.com

Kamil Stoch gewann alle vier Bewerbe der Vierschanzentournee – als erst zweiter Skispringer. Jetzt tauchen aber Stallorder-Gerüchte im polnischen Team auf.

Der 30-jährige Pole Kamil Stoch ist der neue König der Skispringer. Als erst zweiter Athlet in 66 Jahren Vierschanzentournee gewann Stoch alle vier Wettbewerbe und schaffte den Grand Slan. Der Pole knackt damit den Rekord des Deutschen Sven Hannawald aus dem Jahr 2002.

Hannwald: "Keine Selbstgesräche mehr führen"

In Bischofshofen gab es beim Tournee-Finale emotionale Szenen: Nachdem Stoch seinen entscheidenden Sprung auf 137 Meter setzt und der Tournee-Triumph fix ist, rennt Hannawald aus seiner Kommentatoren-Box zum Polen, gratuliert dem Champion fair.

Bei Eurosport sagt er später: "Natürlich habe ich gehofft, dass ich der Einzige bleibe. Aber Kamil hat mit jedem Sprung bewiesen: Er gehört in diesen Klub. Jetzt muss ich dort keine Selbstgespräche mehr führen."

Stoch selber gibt zu: "Es war ein riesiger Druck, weil es bislang nur Sven geschafft hatte. Aber du musst einfach deine besten Sprünge zeigen. Ein riesiger Erfolg für mich."

Fahler Beigeschmack bei Triumph

Allerdings kommen nach Stochs letztem Sprung Fragen auf: Hat Polen-Trainer Stefan Horngacher per Stallorder eingegriffen?

Nach dem ersten Durchgang lag Stoch nur 2,7 Punkte vor Landsmann Dawid Kubacki. Vor Kubackis zweitem Sprung verkürzte Horngacher den Anlauf, schickt seine Nummer zwei von Luke elf vom Zitterbalken. Kubacki landet bei schwachen 127 Metern. Für Stoch geht der Coach dann wieder zurück auf Luke 12 – er springt souverän zum Sieg und zum Grand Slam.

Eurosport-Experte sieht keine Stallorder

Gegen eine Stallorder spricht freilich, dass die Sprünge davor sehr weit gingen. Horngacher wollte wohl die Gesundheit seiner Top-Springer nicht riskieren. Eurosport-Experte Martin Schmitt stellt klar: "Er hat bei seinem ersten Springer getestet, wie weit es mit einer Luke weniger noch geht und dann gemerkt: So leicht ist es nicht." (Heute Sport)