Nach dem sensationellen Triumph bei der Vierschanzentournee war für Gregor Schlierenzauer feiern angesagt. Neben dem großen Sieg hatte der Tiroler auch seinen Geburtstag zu begießen.
Nach dem sensationellen Triumph bei der Vierschanzentournee war für Gregor Schlierenzauer (23) feiern angesagt. Neben dem großen Sieg hatte der Tiroler auch seinen Geburtstag zu begießen.
Als erst achtem Springer gelang es Schlierenzauer, den Tourneesieg zu verteidigen. Wieder mit dabei: "Glücksengerl" Sandra. Seit mehr als drei Jahren ist der Tiroler schon mit der Langlauftrainerin liiert. Jetzt fehlt ihm nur noch ein Sieg auf den Fabel-Rekord von Matti Nykänen (46 Weltcup-Siege). Den könnte er bereits am Mittwoch in Wisla einstellen. Das wäre auch das zweite wunderbare Geburtstagsgeschenk für den seit Montag 23-Jährigen.
Sein Fazit nach den vier Traditionsspringen: "Es war eine unglaublich schöne, tolle Tournee. Es waren viele Dinge dabei, ein Jacobsen in bestechender Form, die Materialdiskussion, das schwierige Wetter. Dass ich da am Ende oben stehen konnte, ist sensationell." Gefeiert wurde mit einer großen Flasche Sekt - ein Foto davon postete Schlierenzauer unter dem Titel "It's my party" auf Facebook.
"War unter Druck schon immer gut"
Vor allem, da Konkurrent Anders Jacobsen bis zuletzt Druck machte. "Natürlich versucht man, sich mental auf solche Herausforderungen vorzubereiten. Ich war unter Druck schon immer gut. Heute war es eine interessante Situation, ein einzigartiges Gefühl. Irgendwie fühlt man sich verlassen. Gott sei Dank konnte ich mich gut konzentrieren und mir ist ein guter Sprung gelungen."
Vor sechs Jahren lief es noch genau umgekehrt. Da gewann Jacobsen die Tournee vor Schlierenzauer, obwohl der Tiroler das Springen in Bischofshofen für sich entschieden hatte.
Schlierenzauer - ein Naturtalent und harter Arbeiter
"Manchmal denke ich mir, warum gerade ich das erleben darf", sagte der "Überflieger" am Tag nach dem Triumph. Da saß er im Teambus nach Polen. Bereits mittwochs geht in Wisla (20.30 Uhr, live ORFeins) seine Rekordjagd weiter. "Schlieri" kann Matti Nykänens (Fin) Weltrekord von 46 Weltcup-Einzelsiegen einstellen. "Jetzt denke ich an diesen 46. Sieg, aber mein Ziel sind 47", sagt er. "Ich möchte die ewige Nummer 1 sein. Dafür und für Olympia-Einzelgold arbeite ich hart."
Schlierenzauer ist ein begnadetes Talent. Sein Körper (Hebel, Muskulatur) ist wie fürs Fliegen konstruiert. Vor allem aber ist "Schlieri" ein besessener Arbeiter. Er gewinnt fast jedes dritte Skispringen (30,8 %) landet bei jedem zweiten am Podest (50 %). Im Hauptberuf ist er Tüftler und Perfektionist, im Nebenjob dann Superstar und Mädchenschwarm.
Skisprung-Ikone Toni Innauer sagt: "Gregor setzt diesem Sport seinen Stempel auf, möglicherweise noch über Jahrzehnte. Er ist grenzgenial. Seine Sprünge haben künstlerische Qualität."
Martin Huber/Red.