Seit 1966 werden in Ried im Zillertal (T) Elektrogeräte verkauft und Installationen durchgeführt. Für viele im Tiroler Ort war der Betrieb erste Adresse, wenn Waschmaschine oder Herd streikten. Jetzt steht das Unternehmen plötzlich im Konkurs – nach fast sechs Jahrzehnten Firmengeschichte.
Über das Vermögen von Robert Fankhauser (55) wurde am Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren eröffnet. Der Betrieb ist zweigeteilt: Einerseits werden Elektroinstallationen durchgeführt, andererseits werden elektrische Haushaltsgeräte verkauft. Laut Eigenangabe des Schuldners belaufen sich die aushaftenden Verbindlichkeiten auf rund 110.000 Euro. Der Antrag wurde von einem Gläubiger eingebracht.
Warum es zur Insolvenz kam, ist derzeit offen. Wörtlich heißt es: "Über die Gründe dieser Insolvenz liegen uns derzeit noch keine geprüften Informationen vor. Diese Ursachen werden wir in Zusammenarbeit mit der Insolvenzverwaltung erheben."
Die Angaben des Schuldners konnten laut KSV1870 bislang nicht überprüft werden. Damit bleibt unklar, welche wirtschaftlichen Entwicklungen zur Zahlungsunfähigkeit führten.
Ob der Elektro-Betrieb weitergeführt werden kann, ist ungewiss. Dazu heißt es: "Ob die Insolvenzverwaltung den schuldnerischen Betrieb ohne weitere Nachteile für die Gläubiger fortführen kann, wird sich zeigen."
Weiter wird festgehalten: "Es bleibt insbesondere abzuwarten, ob der Schuldner in der Lage ist, nachvollziehbar darzustellen, dass eine Fortführung auf wirtschaftlich soliden Beinen stehen kann." Am 8. April findet am Landesgericht Innsbruck die erste Tagsatzung statt. Dann entscheidet sich, ob der Traditionsbetrieb in Ried im Zillertal nach 60 Jahren weiterbesteht – oder endgültig schließen muss.