Österreich schnauft am Sonntagmorgen kollektiv durch. Sasa Kalajdzic erlöste im WM-Gruppenfinale gegen Algerien die Fußball-Nation, die sich nach dem 2:3 in der 93. Minute schon auf dem Heimweg sah. Oder, wie es Teamchef Ralf Rangnick formulierte: "Wir waren tot."
Dann kam "Joker" Kalajdzic und sein Ausgleichs-Kopfball mit der ersten Ballberührung – in Minute 96!
Statt des vorzeitigen Ausscheidens steht Österreich im Sechzehntelfinale und trifft am kommenden Donnerstag in Los Angeles auf Turnier-Favorit Spanien. Das ÖFB-Team ist natürlich der krasse Außenseiter gegen den Europameister. Aber: "Man hat es ja heute gesehen: Wunder sind möglich", sagte Michael Gregoritsch.
Österreich darf also weiter von einem Sommermärchen träumen. Doch wie würde das aussehen. So geht es für das ÖFB-Team weiter:
Am Donnerstag wartet die erste große Hürde in der K.o.-Phase. Das Match gegen Spanien steigt zur Primetime um 21 Uhr.
Klappt der Aufstieg ins Achtelfinale tatsächlich, bleibt Österreich weiter in der klaren Außenseiterrolle. Denn: Der nächste Gegner wäre der Sieger aus der Partie Portugal gegen Kroatien. Das ÖFB-Team bekäme es also mit den, von den Superstars Cristiano Ronaldo oder Luka Modric, angeführten Nationen zu tun.
Im Viertelfinale würde sich die Ausgangslage etwas drehen. Im Vergleich zu den Giganten Spanien, Portugal und Kroatien wirken die vier möglichen Nationen USA, Bosnien & Herzegowina, Belgien und Senegal etwas mehr nach der Kragenweite der Österreicher. Bosnien schlug das ÖFB-Team bekanntlich in der WM-Quali – Edin Dzeko und Co. mussten den harten Umweg über das Play-off nehmen. Belgien hat große Namen, aber häufig Probleme, diese zu einem starken Team zu formen. Senegal absolvierte eine holprige Gruppenphase. Die USA haben den Heimvorteil auf ihrer Seite, zum Gruppenabschluss 2:3 gegen die bereits fix ausgeschiedene Türkei verloren.
Im hypothetischen Halbfinale gibt es acht mögliche Gegner. Die größten darunter: Deutschland, Frankreich, Marokko und die Niederländer. Dazu Gastgeber Kanada, Paraguay, Schweden und Südafrika.
Und im großen Finale? Da könnte es dann zum Wiedersehen mit Lionel Messi und Titelverteidiger Argentinien kommen. Oder: Brasilien, Norwegen, England, Schweiz, Japan, Elfenbeinküste, Mexiko, Ecuador, Kongo, Kap Verde, Australien, Ägypten, Algerien, Kolumbien, Ghana.