Böse Zungen behaupten, wer ihn nicht mag, hatte keine schöne Kindheit – oder kein Herz. Die Rede ist von Alf.
Dem 90 Zentimeter großen, anarchischen Katzenliebhaber vom Planeten Melmac. Doch was machen die Beteiligten der 80er-Jahre-Serie heute?
In der Serie spielt Max Wright den Familienvater der Tanners, die Alf nach einem Raumschiff-Crash in deren Garagendach planetarisches Asyl gewährten. Auf dem Bildschirm ist er als Sozialarbeiter zu sehen. Im realen Leben hätte er vielleicht selbst einen gebraucht.
Laut diversen Medienberichten sei er schon bei den Dreharbeiten drogen- und alkoholabhängig gewesen. Zudem sorgte Wright für Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er Sex mit männlichen Obdachlosen hatte und sich dabei filmen ließ.
1995 erkrankte er an Haut- und Lymphdrüsenkrebs. In den Jahren 2000 und 2003 geriet Wright wegen Trunkenheit am Steuer mit der Polizei in Konflikt. Nach dem Tod seiner Ehefrau im Jahr 2017 lernte der bisexuelle Wright einen deutschen Krankenpfleger kennen, mit dem er eine Beziehung einging. 2019 starb er im Alter von 75 Jahren an seiner Krebserkrankung.
Nach dem überraschenden Ende der Serie spielte Wright weiter in Film und Fernsehen, etwa in "Der Sommernachtstraum", "Schnee, der auf Zedern fällt" und zwei Folgen von "Friends". Viele seiner späteren Projekte blieben erfolglos, dass sein größter Erfolg eine Puppen-Sitcom war, soll ihn beschämt haben.
Zunächst war Kate Tanner äußerst skeptisch, was den neuen Mitbewohner der Familie betraf. Oft stritt sie mit dem Außerirdischen und hatte Sorge, Alf verziehe ihren Sohn. Aber im Lauf der Serie unterlag auch sie dem Charme von Gordon Shumway, Alfs "bürgerlicher" Namen.
Nach der Serie blieb der große Durchbruch aus. Schedeen war nur noch in kleineren Filmrollen und Serien wie "Magnum", "Mord ist ihr Hobby" und "Für alle Fälle Amy" zu sehen. Später arbeitete sie als Antiquitätenhändlerin, Ausstatterin und Lehrerin für Nachwuchs-Komiker. In Bulgarien engagiert sie sich als Botschafterin der Hilfsorganisation "Holiday Heroes". Ihre Zeit bei "Alf" beschrieb sie rückblickend als die schwierigste ihres Lebens – wegen der aufwendigen Dreharbeiten und Konflikten am Set.
Als älteste Tochter der Tanners steckte sie mitten in der Pubertät und hatte ständig Ärger mit Jungs und Familie. Im Rückblick wirkten ihre Sorgen harmlos – sie ging erstaunlich reif damit um. Alf selbst verfiel ihr zeitweise völlig: In einer Folge verliebte er sich in sie und schrieb ihr sogar einen Song.
Wie ihre Serienmutter Anne Schedeen bekam Elson nach dem Ende von "Alf" nur noch kleinere TV-Rollen, etwa in "Wer ist hier der Boss?", "Eine schrecklich nette Familie" und "Schatten der Leidenschaft". Nach ihrer Heirat mit Produktionsassistent Scott Hopper nennt sie sich Annie Hopper. Das Paar lebt mit zwei Kindern in Kalifornien, wo sie ein eigenes Yoga-Studio betreibt und weitgehend abseits der Öffentlichkeit lebt.
Brian war nicht nur das Nesthäkchen der Familie, sondern auch Alf stets gut gelaunter bester Freund – ganz zum Ärger von Kate. Einmal wollte Alf Brian verleiten, mit ihm Bier zu trinken. "Ich sagte keine Limonade vor dem Essen!" "Das ist keine Limo, das ist Bier." Das reale Leben von Benji Gregory war mutmaßlich nicht so fröhlich.
Er studierte am Academy of Art College in San Francisco und diente ab 2003 in der U.S. Navy, die er aus gesundheitlichen Gründen nach zwei Jahren verließ. 2006 heiratete er, kurz darauf wurde bei ihm eine bipolare Störung und Depressionen diagnostiziert – die Ehe zerbrach. Am 13. Juni 2024 fand die Polizei Gregory tot in seinem Auto, laut Gerichtsmedizin war die Todesursache Hitzeeinwirkung in Verbindung mit einer hepatischen Zirrhose. Er wurde nur 46 Jahre alt.
Michu Mészáros verkörperte Alf in den seltenen Ganzkörperaufnahmen. Mit 82 Zentimetern galt er lange als kleinster Mann der Welt. Nach Streitigkeiten mit Warner Bros., weil er sich öffentlich als Alf-Darsteller bezeichnete, wurde er nach der ersten Staffel entlassen. Später war er noch in Filmen, Pepsi-Spots mit Michael Jackson und einem Aerosmith-Video zu sehen.
Nach einem Schlaganfall 2008 starb er 2016 in Beverly Hills im Alter von 76 Jahren. Sein Zwillingsbruder ist auf einem Album-Cover der Musiklegenden "The Doors" zu sehen.
Last but not least! Das Genie hinter Chaos-König Alf: Paul Fusco. Er war die zentrale kreative Kraft hinter "Alf". Er erfand die Figur, führte die Puppe, sprach ihre Stimme und produzierte die Serie gemeinsam mit Tom Patchett.
Nach dem Ende von "Alf" blieb Fusco eng mit seiner Schöpfung verbunden: Er produzierte Specials, Zeichentrickableger und versuchte mehrfach, die Serie neu zu beleben. Auch in Talkshows und Werbespots ließ er Alf immer wieder auftreten.
Neben "Alf" arbeitete Fusco an kleineren TV-Projekten, konnte aber nie an den Kultstatus seines Alien-Charakters anknüpfen. Bis heute gilt er als der "Mann hinter Alf" – ein Puppenspieler mit unerschütterlicher Loyalität zu seinem haarigen Alter Ego.
Mitautor und Co-Schöpfer Tom Patchett war bereits vor "Alf" als Autor und Produzent erfolgreicher Serien wie "Newhart" oder "The Bob Newhart Show" etabliert. Nach dem Ende der Serie zog er sich zunehmend aus dem Fernsehen zurück und widmete sich der Kunst – unter anderem als Gründer der Galerie "Track 16" in Los Angeles.
Popkulturell war "Alf" mehr als nur eine Sitcom: Das zottelige Alien war ein früher Antiheld – ein anarchischer Vorläufer von Figuren wie Homer Simpson oder Roger aus "American Dad". Inmitten der braven Vorstadtkulisse der Reagan-Ära hielt Alf den Menschen einen Spiegel vor und machte das Fremde zum Familienmitglied. Seine Sprüche und Gesten verbreiteten sich schon damals wie analoge Memes, lange vor dem Internet – "Null Problemo!". Seine Figur funktionierte wie ein Vorläufer heutiger Shitposter-Ikonen: laut, absurd, unzerstörbar.
Jetzt wirkt die Serie wie ein Zeitdokument zwischen E.T.-Romantik und Retro-Kult – ein Stück Fernsehen, das albern begann und als Gesellschaftskommentar endete.