Politik

Die Vorwürfe gegen Ulrike Lunacek im Detail

Seit Tagen und Wochen steht Ulrike Lunaceks Corona-Krisenmanagement auch seitens prominenter Künstler und Kulturschaffenden in harter Kritik. Zuletzt wurden auch die Forderungen nach einem Rücktritt immer lauter. 

Teilen
1/5
Gehe zur Galerie
    Eigentlich hatte Kultur-Staatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) für Freitag einen Fahrplan für die bislang noch immer ungeregelten Kulturbereiche wie Theater, Kino und Co. angekündigt. Dann aber sagte sie ein "Profil"-Interview zum Thema kurzfristig ab.
    Eigentlich hatte Kultur-Staatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) für Freitag einen Fahrplan für die bislang noch immer ungeregelten Kulturbereiche wie Theater, Kino und Co. angekündigt. Dann aber sagte sie ein "Profil"-Interview zum Thema kurzfristig ab.
    Sabine Hertel

    Bühnen-Legende Lukas Resetarits und Sänger Andy Lee Lang sind nur zwei der prominenten Köpfe, die in den vergangenen Tagen ihrem Ärger über Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek öffentlich Luft gemacht haben. Sie werfen der Grünen-Politikerin Miss-Management angesichts der Coronakrise und das Versagen, einen konkreten Zukunftsplan für den Kunst- und Kultursektor vorzulegen, vor.

    Der völlige Shutdown der Kulturszene ließ etwa Resetarits Gift und Galle spucken. Sein Berufsstand sei "wie die Pest" von Lunacek und ihrer Partei angesehen worden, wetterte der Kabarettist in einer Videobotschaft. Besonders die Implikation, dass Bühnendarsteller durch unbeabsichtigtes Spucken möglicherweise ihr Publikum infizieren könnten, erzürnt Resetarits: "Nur wir – wir sind wie Gift. Wir spucken, hat der finstere Mond [So nennt er Lunacek in Anlehnung an "luna" - Mond, Anm.] gesagt. Wir spucken auf unser Publikum. So ist die Niederkultur, der wir angehören." 

    "Es is schon wurscht"

    "Ich tät' vorschlagen: Mach ma ihr doch den Gefallen und blasen ihr den Marsch – mit Mundschutz vor den Trompeten und Klarinetten. Geigen wir die ganze grüne Kulturpartie heim. Geig mas ham unter die vier Prozent – wos hingehören."

    In einem folgenden Interview in der ZiB2 (siehe Video oben) legte der prominente Künstler nach. Das Wut-Video sei eine Reaktion auf die "Missachtung unserer Branche" gewesen. Die Kultur-Industrie sei ignoriert worden. "Das ist eine gewisse Respektlosigkeit, das ist beleidigend". Auf Armin Wolfs Frage, ob Lunacek seiner Ansicht nach zurücktreten sollte, folgte eine resignierte Antwort: "Es ist schon wurscht."

    Andy Lee Lang riss Geduldsfaden

    Auch Musiker Andy Lee Lang fühlte sich von Kulturstaatssekretärin Lunacek im Stich gelassen: Er entlud seinen Zorn in einem Facebook-Video. "Denn sie wissen nicht was sie tun!", klagte er über die vermutete Ahnungslosigkeit im zuständigen Ministerium. 

    Auch die Absage von Lunacek für das ZiB2-Gespräch am Montag – stattdessen wurde dann Lukas Resetarits zum Gespräch geladen – spricht der Musiker an und zieht die Politikerin dabei ins Lächerliche: "Ich weiß, die Grünen haben wichtigere Dinge im Moment zu tun. Ihr plant ja eine Begegnungszone auf der A23. Das hat natürlich Vorrang." Dann wurde er wieder ernster: "Sie sind für Kunst und Kultur zuständig und davon verstehen Sie leider gar nichts". 

    Er ist überzeugt davon, dass alle Künstler die letzten Cents zusammenkratzen würden, um der Staatssekretärin einen Blumenstrauß zu kaufen. Für die "Totengräberin der österreichischen Kulturszene".