Keine Lösung in Sicht

Trotz Waffenruhe – Straße von Hormus weiter blockiert

Trotz Waffenruhe bleibt die Straße von Hormus blockiert. Iran will Kontrolle und Maut, die EU lehnt Gebühren für die wichtige Seepassage ab.
Newsdesk Heute
09.04.2026, 15:22
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Trotz der Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg bleibt die für den Welthandel so wichtige Straße von Hormus am Donnerstag weiterhin blockiert. Die iranischen Revolutionsgarden empfehlen wegen Seeminen alternative Routen durch die Meerenge.

Aus Teheran heißt es, der Iran werde dort die Kontrolle behalten und überlegt sogar, eine Maut zu verlangen. US-Präsident Donald Trump fordert unterdessen, dass der Iran – wie in der Vereinbarung zur Waffenruhe zugesagt – die Straße von Hormus "unverzüglich" wieder öffnen müsse.

Seit der Verkündung der Feuerpause in der Nacht auf Mittwoch sind nur wenige Schiffe durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefahren. Normalerweise wird dort etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports abgewickelt.

"Alternative Routen nützen"

"Alle Schiffe, die beabsichtigen, die Straße von Hormus zu passieren", sollten "zum Schutz vor möglichen Kollisionen mit Seeminen alternative Routen" nutzen, heißt es in einer am Donnerstag von iranischen Medien veröffentlichten Erklärung der Revolutionsgarden. In dieser Erklärung werden Anweisungen für eine alternative Ein- und Ausfahrt durch die Meerenge gegeben. Die neuen Routen verlaufen laut Angaben südlich und nördlich der Insel Larak.

Nach mehr als fünf Wochen Krieg haben sich die USA und der Iran am Dienstag auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die Führung in Teheran hat sich im Gegenzug bereit erklärt, die Straße von Hormus wieder zu öffnen – betont aber, die Meerenge weiterhin kontrollieren und möglicherweise eine Maut für die Durchfahrt verlangen zu wollen.

Europa will keine Gebühr zahlen

In Europa sorgt der Vorschlag einer Durchfahrtsgebühr für heftige Kritik. "Das ist inakzeptabel, weil die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern ein Gemeingut ist, das nicht behindert oder mit Gebühren belegt werden darf", sagt der französische Außenminister Jean-Noël Barrot dem Sender France Inter. Das Völkerrecht sei "glasklar", erklärt ein Sprecher der Europäischen Kommission in Brüssel. "Die Schifffahrt muss frei sein", betont er. Die EU werde "keine Zahlung oder Gebühr irgendeiner Art" akzeptieren.

Laut der Fachzeitschrift "Lloyd's List" sitzen derzeit mehr als 800 Schiffe im Persischen Golf fest. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagt in Washington, Trump erwarte, dass die Route "unverzüglich, schnell und sicher wieder geöffnet" werde. Jede Schließung sei "völlig inakzeptabel".

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars vom Mittwoch war die Durchfahrt von Öltankern zuletzt wieder "vollständig unterbrochen". Als Grund nennt die Agentur den erneuten israelischen Angriff auf den Libanon. Dieser sei "ein Verstoß gegen die Waffenruhe".

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.04.2026, 15:22
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