Mit einer groß angelegten Razzia hat die italienische Finanzpolizei ein lukratives Schmuggelnetzwerk ausgehoben. Innerhalb weniger Monate wurden dabei Millionen Zigaretten produziert und europaweit verkauft.
Die Ermittler deckten in der Region Friaul-Julisch Venetien eine illegale Produktion auf, die von Standorten in Udine und Triest aus gesteuert wurde. Das Netzwerk stellte Zigaretten her und vertrieb sie vor allem in Mittel- und Nordeuropa. Insgesamt soll so ein Umsatz von rund 89 Millionen Euro erzielt worden sein.
Im Zentrum der Ermittlungen stand eine sogenannte "Geisterfabrik" in Gonars (Provinz Udine). Dort arbeiteten 21 Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung – und waren zugleich auch vor Ort untergebracht.
Die Dimensionen sind enorm: Innerhalb von nur fünf Monaten wurden rund 137 Millionen Zigaretten produziert. Bei der Razzia stellte die Finanzpolizei Maschinen, Fahrzeuge und mehr als 70 Tonnen geschmuggelten Tabaks sicher.
Um die Herkunft der Ware zu verschleiern, setzte das Netzwerk auf ausgeklügelte Methoden. So wurden Anhänger gezielt nachts umgeladen, um Spuren zu verwischen und Kontrollen zu umgehen.
Die Zigaretten wurden überwiegend ins Ausland geliefert, wo höhere Preise erzielt werden konnten als in Italien. Genau das machte das Geschäft besonders profitabel.
Die Produktion lief in einer vollständig ausgestatteten illegalen Fabrik, die unabhängig vom Stromnetz mit einem Generator betrieben wurde. Die Lage in Norditalien erleichterte zudem die schnelle Verteilung in mehrere europäische Länder.
Laut Ermittlungen handelte es sich um eine klar strukturierte kriminelle Vereinigung, an der vor allem Personen aus Osteuropa beteiligt waren. Unterstützt wurde das Netzwerk durch ein weit verzweigtes logistisches System in Italien.
Eine Transportfirma aus Triest spielte dabei eine zentrale Rolle – unter anderem durch das Anmieten von Immobilien über Strohmänner. Insgesamt wurden 29 Personen angezeigt, drei von ihnen festgenommen.