Im Streit rund um das Vorgehen der USA im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump jetzt nicht nur Deutschland, sondern auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen gedroht.
Auf die Frage eines Journalisten nach einem möglichen Truppenabzug aus diesen Ländern sagte Trump am Donnerstag im Oval Office: "Das werde ich wahrscheinlich tun, warum sollte ich es auch nicht tun?" Er fügte noch hinzu: "Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich".
Mit Stand 31. Dezember 2025 waren in Italien 12.662 US-Soldaten im aktiven Dienst stationiert, in Spanien 3.814. In Deutschland waren es sogar 36.436.
Trump hatte die NATO-Partner der USA zuletzt scharf kritisiert, weil sie im Iran-Krieg und bei den Bemühungen um eine Öffnung der Straße von Hormus seiner Meinung nach zu wenig Unterstützung gezeigt haben. Der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni warf er Anfang April in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" vor, beim Thema Iran nicht genug "Mut" zu zeigen. In der Vorwoche hatte es außerdem einen Medienbericht gegeben, wonach Washington laut einem nicht näher genannten US-Regierungsvertreter sogar überlegt, Spanien aus der NATO auszuschließen.
Am Mittwoch hatte Trump außerdem angekündigt, dass Washington prüfe, die US-Truppenstärke in Deutschland zu reduzieren. Eine Entscheidung solle "in Kürze getroffen werden", teilte er auf seinem Onlinedienst Truth Social mit. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte mit seiner Kritik am Iran-Krieg den Ärger des US-Präsidenten auf sich gezogen.
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.