Kurz vor Ablauf der Waffenruhe im Iran-Konflikt spitzt sich die Lage wieder zu. Während über neue Gespräche noch entschieden wird, sorgt ein Zwischenfall auf See für zusätzliche Spannungen.
Der Iran hat laut Außenministerium "noch keine Entscheidung" über eine Teilnahme an weiteren Verhandlungen mit den USA getroffen. "Wir haben keine Pläne für eine zweite Verhandlungsrunde, aber es wurde diesbezüglich noch nichts entschieden", erklärte Sprecher Esmail Bakaei. Gleichzeitig warf er Washington vor, es "nicht ernst mit der Diplomatie" zu meinen.
Unklarheit herrscht auch rund um ein mögliches Treffen: US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, dass eine Delegation nach Pakistan reisen soll. Nun erklärte er laut "New York Post", dass Vizepräsident JD Vance doch nach Islamabad fliegen werde – begleitet von Gesandtem Steve Witkoff und Jared Kushner. Trump zeigte sich zudem offen für direkte Gespräche: Er sei bereit zu einem Treffen mit den iranischen Anführern, falls es Fortschritte gebe.
Parallel dazu verschärft sich die militärische Lage. Die US-Armee brachte einen iranischen Frachter im Golf von Oman unter ihre Kontrolle. Teheran reagierte prompt und kündigte Vergeltung an. Die Nervosität an den Märkten ist groß – der Ölpreis stieg deutlich an.
Auch militärisch bauen die USA weiter Druck auf. Neben den Flugzeugträgern USS Gerald R. Ford und USS Abraham Lincoln soll bald auch die USS George H.W. Bush in die Region verlegt werden.
Die "Ford" sorgt dabei für einen Rekord: Seit Sonntag ist der Träger bereits 299 Tage ohne Unterbrechung im Einsatz – länger als jeder andere moderne US-Flugzeugträger seit dem Vietnamkrieg. Damit übertrifft er sogar die USS Abraham Lincoln, die 2019/2020 auf 294 Tage kam.
Und ein Ende ist offenbar nicht in Sicht. Laut "Forbes" könnte der Einsatz noch länger dauern – im Gespräch sind bis zu elf Monate auf See. Damit würde sich die "Ford" historischen Dimensionen nähern: Die USS Midway war im Vietnamkrieg 332 Tage am Stück im Einsatz und gilt bis heute als Maßstab.