Wenige Wochen vor dem NATO-Gipfel hat US-Präsident Donald Trump die Ukraine in ungewohnt deutlichen Worten gelobt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sei "mutig" und verteidige sein Land "ziemlich gut" gegen Russland, erklärte Trump bei einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte im Weißen Haus in Washington.
Auf die Frage eines Reporters, ob Selenskyj den Krieg gegen Russland gewinne, antwortete Trump: "Er schlägt sich ziemlich gut." Er fügte hinzu: "Man muss sagen, er ist mutig. Er hat eine großartige Ausrüstung. Er hat großartige Männer, er hat Kämpfer."
Im Gegensatz dazu zeigte sich Trump enttäuscht über Deutschland und die Haltung der deutschen Regierung im Iran-Krieg. Er kritisierte, dass er von der deutschen Bundesregierung mehr Unterstützung erwartet hätte, diese jedoch abgelehnt habe. Die USA würden "Hunderte Millionen Dollar" für in Europa stationierte Truppen aufbringen, so Trump. Im Zuge des Iran-Konflikts hatte das Pentagon den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland angekündigt.
Trumps veränderte Haltung zur Ukraine zeichnete sich bereits beim G7-Gipfel in Evian ab, wo er Selenskyj persönlich traf. Beobachter sehen in diesem Kurswechsel ein positives Signal für das NATO-Treffen am 7. und 8. Juli in Ankara, zu dem Selenskyj eingeladen ist.