"Ukraine auf dem Vormarsch"

NATO-Chef in Kiew: "Russland zunehmend verzweifelt"

Laut Mark Rutte verliert Russland mittlerweile 30.000 Soldaten pro Monat. Für Aufsehen sorgte der NATO-Chef auch mit einer Warnung an "junge Russen".
Nick Wolfinger
03.06.2026, 19:03
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NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat Russland bei einem Besuch in Kiew als "zunehmend verzweifelt" bezeichnet.

"Russlands Rücksichtslosigkeit ist nichts Neues. Doch während die Ukraine weiterhin standhaft bleibt, Innovationen vorantreibt und militärische Erfolge erzielt, wird Russland zunehmend verzweifelt", sagte Rutte am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Präsident Wolodymyr Selenskyj.

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Mehr als 30.000 Verluste pro Monat

Der NATO-Chef verwies auf die hohen Verluste der russischen Streitkräfte. Russland verliere mittlerweile mehr als 30.000 Soldaten pro Monat. Unter Verlusten versteht man gemeinhin die Gesamtzahl aus Toten, Verwundeten, Vermissten und Gefangenen. Auch die Wirtschaft des Landes stehe zunehmend unter Druck.

Dennoch gebe es keine Anzeichen für ein baldiges Ende des Krieges. Die jüngsten Raketen- und Drohnenangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte würden zeigen, dass Moskau seinen Kurs fortsetze.

Warnung an "junge Russen"

In seiner Rede richtete er sich laut offiziellem Transkript mehrmals auch direkt an die russische Bevölkerung. "Ich muss es den jungen Russen und ihren Familien sagen", so Rutte: "Man will euch über den Tisch ziehen. Männer wie ihr, die sich dem Kampf anschließen – ihr werdet nicht ausgebildet. Die Ausrüstung, die sie euch zur Verfügung stellen, ist minderwertig."

Und weiter: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie dort draußen sterben oder verletzt werden, ist sehr hoch – und die Chancen stehen gut, dass Sie, falls Sie verletzt werden , im Schlamm leiden und sterben werden."

Ukraine erzielt Geländegewinne

Rutte lobte zudem die jüngsten militärischen Erfolge Kiews. "Die Ukraine ist zunehmend erfolgreich, sowohl an der Front als auch beim Ausschalten einiger der wichtigsten Fähigkeiten und Kapazitäten der Russen", sagte er.

Dabei verteidigte er auch die USA, von denen Selenski zuletzt vergeblich zusätzliche Lieferungen von "Patriot"-Luftabwehrraketen forderte. "Ich glaube, die USA tun, was sie können", so Rutte.

Einer Auswertung der Nachrichtenagentur AFP von Daten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) zufolge hat die Ukraine im Mai und April die Kontrolle über mehr Gebiete zurückgewonnen als sie an Russland verloren hat.

Weiterhin Waffen für Kiew

Rutte war gemeinsam mit den Botschaftern aller 32 NATO-Staaten nach Kiew gereist. Dabei bekräftigte er die weitere Unterstützung für die Ukraine.

Präsident Selenskyj fordert von den westlichen Verbündeten seit Langem zusätzliche Luftabwehrsysteme und mehr Munition für die US-Patriot-Systeme. Rutte betonte, die Unterstützung der Ukraine werde fortgesetzt.

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