Die USA weisen Vorwürfe zurück, europäische Nato-Partner mit Truppenverlegungen unter Druck setzen zu wollen. Außenminister Marco Rubio betonte beim Nato-Treffen im schwedischen Helsingborg, es handle sich dabei nicht um eine Bestrafung.
"Das ist keine Bestrafung, sondern einfach ein fortlaufender Prozess", sagte Rubio am Freitag. Die Vereinigten Staaten hätten weltweite Verpflichtungen und müssten deshalb laufend prüfen, wo Soldaten stationiert werden.
Seit Längerem planen die USA, ihren militärischen Fokus stärker auf den Indopazifik zu richten. In diesem Zusammenhang sollen auch Truppen aus Europa abgezogen werden. Gleichzeitig erwartet Washington, dass europäische Nato-Staaten künftig mehr Verantwortung für die Verteidigung des Bündnisgebiets übernehmen.
Zuletzt hatte es allerdings widersprüchliche Signale aus Washington gegeben. Anfang Mai kündigte das US-Verteidigungsministerium den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland an. Gleichzeitig drohte US-Präsident Donald Trump mehreren Verbündeten offen mit weiteren Truppenabzügen.
Trump hatte zuvor kritisiert, dass sich andere Nato-Staaten im Iran-Krieg nicht ausreichend an der Sicherung der Straße von Hormus beteiligt hätten. Auch Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz geriet ins Visier des US-Präsidenten, nachdem dieser den USA eine fehlende Strategie vorgeworfen hatte.
Italien und Spanien drohte Trump ebenfalls mit einem Truppenabzug. Hintergrund war laut Bericht, dass beide Länder dem US-Militär untersagt hatten, ihre Stützpunkte für Angriffe im Iran-Krieg zu nutzen.
Nur einen Tag später kündigte Trump wiederum an, 5.000 zusätzliche Soldaten nach Polen zu schicken. Als Grund nannte er sein gutes Verhältnis zum rechtsnationalen Präsidenten Karol Nawrocki.
Rubio räumte in Helsingborg ein, dass Trump mit einigen Nato-Partnern unzufrieden sei. Die "Enttäuschung" über das Verhalten "einiger unserer Nato-Verbündeten" im Iran-Krieg sei "hinlänglich bekannt". Darüber müsse gesprochen werden, erklärte Rubio, allerdings nicht beim aktuellen Treffen. "Das ist eine Angelegenheit, die auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs diskutiert werden muss."
Bei dem Treffen in Schweden bereiten die Nato-Außenminister den Gipfel Anfang Juli in Ankara vor. Themen sind unter anderem die weitere Unterstützung der Ukraine, höhere Rüstungskapazitäten und eine stärkere Rolle Europas innerhalb der Nato.