Sie haben die USA jahrelang im Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban unterstützt – und können daher nicht mehr in ihre Heimat zurück. Die Amerikaner versprachen ihnen eine sichere Zukunft in den USA – stattdessen droht ihnen nun eine Zukunft im kriegsgebeutelten Kongo.
Die Demokraten sprechen von "Verrat" und warnen davor, dass es in Zukunft noch schwieriger für die USA wird, Verbündete zu finden.
Insgesamt geht es um 1.100 Hilfskräfte und ihre Familien, die seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan 2022 in einem Lager in Katar ausharren und auf eine Ausreise in die USA warten.
Doch nun soll ihnen die Wahl zwischen Rückkehr nach Afghanistan oder Umsiedlung in ein weiteres Krisengebiet drohen. Ein zynisches Angebot, das die einstigen Unterstützer der USA zur Rückkehr in ihre Heimat zwingen soll, wo ihnen die Rache der Taliban droht.
Wie n-tv.de berichtet, verurteilt Shawn VanDiver, Leiter der Nichtregierungsorganisation AfghanEvac, die Pläne scharf. "Man verlegt keine gesicherten Verbündeten aus Kriegszeiten, von denen mehr als 400 Kinder sind, aus US-Gewahrsam in ein Land, das sich mitten in seinem eigenen Zusammenbruch befindet", erklärte er.
Auch US-Senator Tim Kaine von den Demokraten nannte die Pläne "wahnsinnig". "Wir haben diesen Afghanen zugesagt, dass wir ihre Sicherheit garantieren würden, nachdem sie uns geholfen haben", betonte er. Ein Wortbruch würde es künftig nur erschweren, wichtige Partnerschaften aufzubauen.
Den afghanischen Ortskräften droht in ihrer Heimat Verfolgung durch die radikalislamischen Taliban. Nach der Machtübernahme 2021 haben die Taliban ein sogenanntes islamisches Emirat ausgerufen und setzen ihre strenge Auslegung des Islam mit drakonischen Gesetzen durch.