Asyl-Paukenschlag am Donnerstag: Wie "Heute" erfuhr, gab es beim Rat der Innenminister in Brüssel eine wichtige Einigung. Österreich wird gemeinsam mit vier weiteren EU-Staaten Rückkehrzentren für Migranten in Drittstaaten errichten. Der Grundstein für dieses Vorhaben wurde bereits im Sommer 2025 auf der Zugspitze gelegt.
In diese Zentren sollen künftig ausreisepflichtige Personen gebracht werden, die nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden können. Österreich will damit gemeinsam mit seinen Partnern aus der "Gruppe der Umsetzer" – Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Griechenland – Fluchtanreize reduzieren und das heimische Asylsystem entlasten. Gleichzeitig soll so auch das Geschäft der Schlepper Schritt für Schritt eingedämmt werden.
Beim Treffen der Innenminister haben die fünf Staaten nun einen konkreten Fahrplan für die Einrichtung der Abschiebezentren ausgearbeitet.
Welche Länder als Standorte infrage kommen, war zunächst unklar. Spekulationen zufolge soll Österreich den Blick vor allem auf Uganda sowie auf Staaten in Zentralasien werfen. Das ostafrikanische Land ist seit 1992 ein Schwerpunkt der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Von einem Zentrum in Zentralasien aus könnten künftig unter anderem Menschen aus Afghanistan und Syrien in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden.
"Wir arbeiten ganz konkret an der gemeinsamen Umsetzung von Asylverfahren und Rückkehrzentren außerhalb Europas" hielt Innenminister Gerhard Karner nach dem Arbeitsgespräch fest. Auf "Heute"-Nachfrage betonte ein Sprecher des Innenministers, dass man sich zu konkreten Ländern nicht äußern werde.
Mit den Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan im Vorjahr hat Österreich bereits eine Vorreiterrolle eingenommen. Im Jänner 2026 gab es sogar mehr Abschiebungen als neue Asylanträge – "Heute" berichtete.
Deutschlands hat unter Innenminister Alexander Dobrindt Ende 2025 nachgezogen. "Aus Europa heraus müssen Rückführungen wirksam durchgesetzt werden", sagte der CSU-Minister zur "BILD".