Tuchel über Dortmund-Aus: "Bin nicht nur Opfer"

Thomas Tuchel: Erst gefeierter Nachfolger von Jürgen Klopp als Dortmund-Coach, dann Ärger mit der Klubführung. Jetzt spricht er erstmals über das Aus.
"Das wars, du bist in 20 Minuten wieder da", hatte ihm seine Frau gesagt, als sich Thomas Tuchel zwei Tage nach dem Titelgewinn im DFB-Pokal zum Gespräch mit den Klub-Bossen von Borussia Dortmund aufmachte.

Am Dienstag erscheint die zweite Ausgabe des "Zeit-Magazins Mann" 2017, in dem Tuchel ausführlich über seine Entlassung beim Bundesliga-Club spricht. Diverse deutsche Medien haben Auszüge daraus publiziert, so auch die "Welt".

Seine Frau hatte fast Recht



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Tuchel offenbart, dass er noch daran geglaubt habe, mit dem BVB in seine dritte Saison zu gehen, als er der Einladung von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportchef Michael Zorc gefolgt sei. "Der Termin war in einem Hotel, nicht auf dem Vereinsgelände, wer weiss, dachte ich, vielleicht gibt es ein gemeinsames Essen und ein klärendes Gespräch", so Tuchel.

Doch als er den Raum betrat, sei er sich bewusst gewesen, dass seine Frau Recht gehabt habe. Nicht ganz: Das Gespräch habe lediglich 15 Minuten gedauert. Es habe zu viele Reibereien gegeben. "Wenn starke Persönlichkeiten aufeinandertreffen, entsteht Reibung." Auch er habe seinen Teil dazu beigetragen. "Da bin ich keineswegs immer das Opfer, um Gottes willen."

Das Verhältnis galt bereits seit Monaten als schwierig. Zum Streit mit Watzke sei es nach dem Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus vor dem Champions-League-Spiel gegen die AS Monaco gekommen. Nachdem die Frage aufgekommen sei, wann und wie schnell die Partie wiederholt werde.

Endlich besser schlafen



Obwohl das Kapitel Borussia unerwartet und unschön zu Ende ging, wird Familie Tuchel weiter in Dortmund wohnen. "Wir haben hier enge Freunde kennengelernt, wir haben ein schönes Haus gefunden, und ausserdem freuen sich unsere Töchter seit einem halben Jahr darauf, im Herbst in dieselbe Klasse zu gehen", meint Tuchel, der die wiedererlangte Ruhe in seinem Leben genießt. "Ich kann endlich besser schlafen, vor allem tiefer und länger."

(heute.at)

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