"NATO" des Nahen Ostens

Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan bilden Militärpakt

Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan rücken militärisch zusammen. Der neue Pakt sieht eine Beistandspflicht nach dem Vorbild der NATO vor.
Nick Wolfinger
10.08.2026, 12:06
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Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben mitten im Iran-Krieg ein neues Militärbündnis besiegelt. Ein bewaffneter Angriff auf eines der drei Länder soll künftig als Angriff auf alle gelten.

Dafür wurde am Freitag von den Machthabern der drei Länder – der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman und Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif – das "Gemeinsame Verteidigungsabkommen von Mekka" in der saudiarabischen Pilgerstadt unterzeichnet.

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NATO-Beistandspflicht als Vorbild

Besonders brisant ist die gegenseitige Beistandspflicht. Laut dem türkischen Außenminister Hakan Fidan entspricht sie technisch Artikel 5 des NATO-Vertrags. Dieser sieht einen Angriff auf einen Bündnispartner als Angriff auf alle Mitglieder an.

Im Ernstfall wollen die drei Staaten zunächst beraten und entscheiden, welche Unterstützung geleistet wird. Das Abkommen soll die "kollektive Abschreckung" stärken.

Auch organisatorisch dient die NATO als Vorbild. Geplant sind ein Ministerausschuss sowie ein eigenes Generalsekretariat mit Sitz in Saudi-Arabien.

Ägypten könnte dazustoßen

Bei den drei Gründungsmitgliedern könnte es nicht bleiben. Erdogan strebt laut Fidan eine Erweiterung der Allianz an. Ägypten gilt als möglicher Beitrittskandidat, sobald noch offene technische Fragen geklärt sind.

Der Pakt ist dabei keine kurzfristige Reaktion auf den Iran-Krieg. Der Unterzeichnung gingen nach türkischen Angaben mehr als zweieinhalb Jahre Verhandlungen voraus.

"Keine Bedrohung für andere Länder"

Ankara betont, dass sich das Bündnis weder gegen den Iran noch gegen ein anderes Land richte. Es diene der allgemeinen Sicherheit der drei Staaten.

Auch Saudi-Arabien weist Spekulationen über eine weitere Eskalation zurück. Das Abkommen stelle keine Bedrohung für andere Länder dar und stehe auch nicht mit "irgendwelchen nuklearen Ambitionen" in Verbindung, erklärte ein saudiarabischer Regierungsvertreter.

Experten sehen dennoch einen klaren Zusammenhang mit Teheran. Politikwissenschaftler Umar Karim von der Universität Birmingham bezeichnete das Bündnis als "eindeutig auf den Iran ausgerichtet".

Iran-Krieg beschleunigte die Pläne

Der Pakt kommt mitten im Iran-Krieg. Seit Ende Februar hat Teheran wiederholt Ziele in den Golfstaaten angegriffen. Zuletzt verschärfte sich der Konflikt erneut und weitete sich auch auf den Jemen aus.

Die Zusammenarbeit der drei Länder war bereits länger geplant. Die jüngsten Ereignisse in der Region hätten das Vorhaben allerdings deutlich beschleunigt, heißt es aus saudiarabischen Militärkreisen.

USA sorgen für Verunsicherung

Gleichzeitig wächst in Saudi-Arabien laut Analysten die Sorge, sich bei der eigenen Sicherheit nicht mehr uneingeschränkt auf die USA verlassen zu können. Riad hat deshalb seine Beziehungen zu regionalen Partnern verstärkt.

Mit der Türkei und Pakistan holt Saudi-Arabien dabei zwei Schwergewichte an seine Seite, die beide direkt an den Iran grenzen. Pakistan ist zudem eine Atommacht.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 10.08.2026, 12:06