Die NATO wird ein italienisches SAMP/T-Raketenabwehrsystem auf der 3. Hauptjetbasis im türkischen Konya stationieren. Damit soll die Luftverteidigung des Bündnisses angesichts aktueller Bedrohungen verbessert werden.
Das SAMP/T-System wurde gemeinsam von Italien und Frankreich entwickelt und ist für mittlere und große Reichweiten konzipiert. Es nutzt Aster-15- und Aster-30-Raketen und schützt gegen Flugzeuge, Drohnen sowie taktische ballistische Raketen.
Das System wird vom Konsortium Eurosam hergestellt und kann dank moderner Radartechnik auch in elektronisch gestörten Umgebungen präzise Ziele erfassen.
Die Türkei hatte die NATO bereits mehrfach um Unterstützung gebeten, nachdem die Bedrohung durch ballistische Raketen in der Region zugenommen hatte. Nach dem schrittweisen Abzug verbündeter Systeme suchte Ankara verstärkt nach eigenen Lösungen.
Der Kauf des russischen S-400-Systems durch die Türkei sorgte 2019 für erhebliche Spannungen mit den USA. Die S-400 sind nicht in das NATO-Luftverteidigungsnetz integrierbar, was deren Einsatz weiterhin umstritten macht.
Zuletzt wurden im März mehrere aus dem Iran abgefeuerte Raketen von NATO-Systemen abgefangen, die auf den türkischen Luftraum zielten. Diese Vorfälle zeigten Schwächen in der bestehenden Luftverteidigung der Türkei auf.
Die Stationierung des italienischen SAMP/T-Systems in Konya gilt nicht nur als militärische Maßnahme, sondern auch als politisches Signal für den Zusammenhalt innerhalb der NATO – besonders vor dem anstehenden NATO-Gipfel in der Türkei.