Russland hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht zum Samstag hunderte ukrainische Drohnen abgefangen, darunter dutzende in der Nähe der Stadt St. Petersburg, die derzeit ein internationales Wirtschaftsforum ausrichtet.
"Über der Region Leningrad wurden 86 Drohnen abgeschossen. Die Kampfhandlungen dauern an", erklärte der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, am Samstag. Die Region Leningrad beherbergt neben der Großstadt Sankt Petersburg auch wichtige Häfen.
Das russische Verteidigungsministerium teilte in der Nacht auf Samstag mit, die Luftabwehr habe insgesamt 376 ukrainische Drohnen "über den Regionen Belgorod, Brjansk, Kaluga, Kursk, Leningrad, Nowgorod, Orjol, Pskow, Rostow, Rjasan, Smolensk, Twer und Tula, der Region Moskau, der Republik Krim, der Republik Abchasien" sowie über dem Asowschen und dem Schwarzen Meer abgeschossen.
Der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, erklärte, neun Drohnen, die in Richtung der Hauptstadt unterwegs waren, seien abgefangen worden. In der südrussischen Stadt Ust-Labinsk löste ein Drohnenangriff den örtlichen Behörden zufolge einen Brand in einem Öldepot aus.
Moskau und Kiew haben in den vergangenen Monaten die gegenseitigen Angriffe verstärkt. Bemühungen um eine Beendigung des mittlerweile seit mehr als vier Jahren andauernden Kriegs unter Vermittlung der USA stocken.
Das St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF) wird seit 1997 jährlich von der russischen Regierung veranstaltet. Das diesjährige Wirtschaftsforum geht am Samstag zu Ende. Am Freitag hatte Präsident Wladimir Putin eine Rede gehalten. Kurz vor Beginn des Forums griff die Ukraine Energie- und Militäranlagen in der zweitgrößten russischen Stadt an.
Im Süden der Ukraine fanden die Behörden laut Angaben des Regionalgouverneurs Iwan Fedorow derweil die Leichen von zwei Männern, die nach einem Angriff auf Saporischschja als vermisst gegolten hatten. Zudem kam bei russischen Angriffen im ukrainischen Dnipropetrowsk ein Mensch ums Leben, drei weitere Menschen wurden verletzt, wie der Regionalgouverneur Oleksandr Ganscha auf Telegram schrieb.