Hälfte schon verbraucht

Experten warnen: USA drohen die Raketen auszugehen

In nur sieben Wochen Krieg haben die USA rund die Hälfte wichtiger Raketen verbraucht. Die Produktion kann mit dem Verbrauch nicht mehr mithalten.
Nick Wolfinger
22.04.2026, 20:37
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Der Krieg gegen den Iran hat tiefe Spuren im Raketen-Arsenal der USA hinterlassen. Eine Analyse des Center for Strategic and International Studies (CSIS) sowie interne Bewertungen des Pentagon zeigen: Die Bestände an wichtigen Raketen sind massiv gesunken.

Fast die Hälfte verbraucht

In nur sieben Wochen sollen die US-Streitkräfte rund 45 Prozent ihrer Präzisionsraketen eingesetzt haben. Auch die Hälfte der THAAD-Abwehrraketen sowie fast 50 Prozent der Patriot-Systeme wurden verbraucht. Die Zahlen der CSIS-Analyse decken sich laut Insidern weitgehend mit geheimen Bestandsdaten des Pentagon.

Weitere Systeme sind ebenfalls betroffen: Rund 30 Prozent der Tomahawk-Raketen sowie mehr als 20 Prozent moderner Luft-Boden-Raketen (JASSM) und SM-3- sowie SM-6-Abwehrraketen gelten als aufgebraucht, wie CNN berichtet.

Gefahr bei neuem Krieg

Militärexperten sehen darin ein ernstes Risiko. Sollte es in den kommenden Jahren zu einem weiteren großen Konflikt kommen - etwa mit China - könnten die USA an ihre Grenzen stoßen. Zwar reichen die Bestände kurzfristig noch für Einsätze, etwa gegen den Iran. Doch gleichzeitig sprechen Fachleute von einem "Zeitfenster erhöhter Verwundbarkeit".

Produktion kommt nicht nach

Das Problem: Die Produktion kommt nicht nach. Selbst bei voller Auslastung dauert es laut CSIS drei bis fünf Jahre, um die Lager wieder aufzufüllen.

In Washington sorgt die Lage für Diskussionen. Während Donald Trump betont, die USA hätten ausreichend Reserven, zeigen Analysen ein deutlich angespannteres Bild. Schon vor dem Krieg hatten Militärs gewarnt, dass ein längerer Einsatz die Bestände gefährlich schrumpfen lassen könnte.

USA auf Jahre geschwächt

Auch im Kongress wächst die Sorge. Denn der Iran produziert laufend neue Raketen und Drohnen – und könnte damit langfristig die Oberhand gewinnen. Selbst wenn der Iran-Krieg bald enden sollte, was derzeit nicht absehbar ist, könnten die Folgen könnten die USA noch jahrelang beschäftigen.

Die Anzahl der in den US-Beständen verbleibenden kritischen Munition reicht nicht mehr aus, um einem ebenbürtigen Gegner wie China zu begegnen, und es wird voraussichtlich Jahre dauern, bis der Bestand dieser Waffen wieder das Vorkriegsniveau erreicht, so das Fazit der CSIS-Analyse.

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