Am Flughafen Wien-Schwechat ist es am Sonntagabend bei der Rückkehr von Pro-Palästina-Aktivisten zu einem Polizeieinsatz gekommen. Laut Landespolizeidirektion Niederösterreich beteiligten sich rund 15 Personen an einer Protestaktion in der Empfangshalle. Unter ihnen war auch der ehemalige ÖSV-Abfahrer Julian Schütter.
Wie die Polizei gegenüber "Heute" bestätigte, soll es gegen 18.45 Uhr wegen lautstarker Parolen zu einem Einschreiten der Beamten gekommen sein. Der ehemalige Skirennläufer habe laut Polizei eine Verwaltungsübertretung wegen Lärmerregung und Ordnungsstörung begangen. Schütter sei deshalb aufgefordert worden, sich auszuweisen. Dieser Aufforderung habe der 28-Jährige laut Polizei nicht entsprochen.
Als die Festnahme ausgesprochen worden sei, habe sich Schütter laut Polizei zu Boden fallen lassen. Beamte brachten ihn anschließend zur Grenzpolizeiinspektion am Flughafen. Dort wurde seine Identität festgestellt, ehe die Festnahme nach knapp einer Stunde wieder aufgehoben wurde.
Von den Aktivisten selbst veröffentlichte Videos zeigen, wie Schütter von mehreren Polizisten am Boden fixiert wird. Die im Einsatz stehenden Beamten wurden in den Aufnahmen mit Clown-Emojis verhöhnt.
In einem weiteren Video äußerte sich Schütter selbst zu dem Einsatz. "Nachdem wir in Israel brutalisiert worden sind, haben wir in Österreich ein nettes Willkommenspräsent der österreichischen Polizei bekommen."
Nach eigenen Angaben habe er geplant, Verletzungen aus seiner Haft in Israel in der Gewaltambulanz dokumentieren zu lassen. Nun überdecke ein "blauer Fleck" von seiner Verhaftung in Wien einen "blauen Fleck" von seiner Verhaftung in Israel.
Schütter war zuvor einer von drei österreichischen Staatsbürgern gewesen, die in Israel in Gewahrsam genommen worden waren. Die Aktivisten hatten laut eigenen Angaben versucht, die Seeblockade vor Gaza aus "humanitären Gründen" zu durchbrechen.