Am Flughafen Wien-Schwechat ist es bei der Rückkehr von Pro-Palästina-Aktivisten zu tumultartigen Szenen gekommen. Unterstützer und Rückkehrer zogen lautstark durch das Terminal, schwenkten Fahnen und skandierten unter anderem die Parole "from the River to the Sea". Gemeint ist damit das gesamte israelische Staatsgebiet zwischen Mittelmeer und Jordan. Kritiker verstehen den Slogan als Forderung nach der Auslöschung Israels.
Als die Situation eskalierte, griff die Polizei ein. Rund zehn Beamte waren vor Ort. Dabei wurde auch der ehemalige ÖSV-Abfahrer Julian Schütter festgenommen und von Polizisten am Boden fixiert. Videos davon wurden von den Aktivisten selbst veröffentlicht.
Aufnahmen zeigen zudem, wie die österreichischen Beamten mit Clown-Emojis verhöhnt werden. In einem später veröffentlichten Video sprach der Ex-Skistar über seine Verhaftung. "Ich wurde verhaftet, weil ich anscheinend zu laut war und im Terminal im Weg gelegen bin."
Schütter war zuvor einer jener drei österreichischen Staatsbürger gewesen, die in Israel in Gewahrsam genommen worden waren. Die Aktivisten hatten versucht, die Seeblockade vor Gaza zu durchbrechen – laut eigenen Angaben aus "humanitären Gründen".
Während des Polizeieinsatzes schrien Unterstützer "Polizeigewalt!" und versuchten laut den veröffentlichten Videos, den Beamten den Weg zu versperren. Die Polizei verteidigte ihr Vorgehen. "Wir haben verhältnismäßige Gewalt angewendet", sagt ein Beamter in einem der Videos.
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger hatte den Umgang Israels mit den Aktivisten zuvor als "absolut inakzeptabel" kritisiert. Die Sicherheit österreichischer Staatsbürger habe "oberste Priorität".