Rapid stehen stürmische Tage bevor. Ein Spieler nach dem anderen verlässt Hütteldorf. Zudem reichte Ex-Trainer Peter Pacult Klage gegen den Rekordmeister ein und morgen wird entschieden, wie Rapid für den Derby-Skandal bestraft wird.
Neo-Rapid-Coach Peter Schöttel baut sein Team für die kommende Saison radikal um. Fix bestätigt ist der Abgang von Mittelfeld-Abräumer Yasin Pehlivan zum türkischen Erstligisten Gaziantepspor. Der 22-Jährige unterschrieb einen Vertrag über fünf Jahre, Rapid kassiert etwa eine Million Euro. Praktisch unter Dach und Fach sind zudem die Transfers von Veli Kavlak und Tanju Kayhan zu Besiktas Istanbul, für die der Rekordmeister weitere 1,5 Millionen Euro überwiesen bekommt.
Wieviele "Geisterspiele" werden es?
Wieviel Geld für Neuverpflichtungen übrig bleibt, entscheidet die morgige Sitzung des Bundesliga-Strafsenats. Dem Rekordmeister droht wegen der Ausschreitungen beim Wiener Derby im Hanappi-Stadion eine Strafe in der Höhe von 50.000 Euro. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass die Hütteldorfer zumindest ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen müssen. Jedes "Geisterspiel" kostet Rapid hunderttausende Euro wegen fehlender Einnahmen aus den Ticketerlösen.
Alar und Prager ante portas
Nach der morgigen Entscheidung wird es wohl relativ schnell gehen mit den bereits anstehenden Neuverpflichtungen. Oberste Priorität hat die Suche nach einem schnellen Stürmer. Der Steirer Deni Alar, der 21-Jährige war mit 14 Toren und fünf Assists Saison-Topscorer bei Kapfenberg, steht auf der Pole-Position - Kostenpunkt: zwischen 700.000 und 1 Million Euro. Pehlivan soll durch den 14-fachen Teamspieler Thomas Prager ersetzt werden, der nach einer unglücklichen Saison in Luzern wieder nach Österreich zurück will.
Schon fix ist die Verpflichtung von Christian Thonhofer. Der Außenverteidiger, der Kayhan auf dessen Position beerben wird, war an Wiener Neustadt verliehen, war dort Stammspieler und kehrt nun mit Schöttel zurück nach Wien. Schon länger unter Dach und Fach ist der Vertrag mit Thonhofers Ex-Teamkollegen Guido Burgstaller. Mit Stürmer-Flop Jan Vennegoor of Hesselink wird noch über die vorzeitige Vertragsauflösung verhandelt, Andreas Dober und Mario Konrad wurden aussortiert.
Pacult klagt
Weitere Unruhe könnte Peter Pacult in den Verein bringen. Wie Werner Tomanek, Anwalt des Ex-Rapid-Coachs, bekanntgab, reichte man Klage gegen Rapid ein. Der Grund ist die fristlose Entlassung, die der neue Leipzig-Coach nach einem Treffen mit seinem nunmehrigen Chef Dietrich Mateschitz bei einem Wiener Heurigen erhalten hatte. Pacults Rapid-Vertrag lief noch bis 2012, er verdiente laut Medienberichten 25.000 Euro monatlich.