TV-Rechte für Bundesliga: Wer die Nase vorne hat

Die Champions League übersiedelt wohl vollständig ins Pay-TV. So steht es im Rennen um die TV-Rechte für die österreichische Bundesliga.

Diese "Heute"-Story schlug hohe Wellen. Wie berichtet, drohen der ORF und das ZDF die Rechte für die Champions League zu verlieren.Die Königsklasse wird ab der Saison 2018/19 wohl nur mehr im Pay-TV zu sehen sein. Sky und DAZN sollen in Österreich und Deutschland mit gemeinsamen Angeboten jeweils den Zuschlag bekommen.

Doch wie sieht es in der österreichischen Bundesliga aus? Auch hierzulande läuft der TV-Vertrag bald aus. Derzeit bereitet die Bundesliga alles vor, damit die Fernsehrechte bald ausgeschrieben werden können. Zudem gibt es durch die Liga-Reform bald ein völlig neues Produkt.

Die Bundesliga besteht ab 2018/19 aus zwölf Teams, die zweithöchste Spielklasse bricht dafür mehr oder weniger weg. 16 Klubs, darunter auch Amateur-Teams, werden dann in der halbprofessionellen zweiten Liga kicken. Weil es schwer wird, das richtig zu vermarkten, soll sie gesondert ausgeschrieben werden, wie Liga-Vorstand Christian Ebenbauer in der aktuellen "Sportzeitung" erklärt.

DAZN aus dem Rennen?

Während versucht wird, die zweite Liga nicht zum unerwünschten Stiefkind verkommen zu lassen, stehe die Bundesliga klar im Fokus. Ebenbauers Ziel sei, mehr als die bisherigen 20 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr zu lukrieren. Von Summen dürfe man sich aber nicht blenden lassen, "wir müssen darauf achten, weiter eine höchstmögliche Reichweite zu erlangen, ohne dabei die Exklusivität zu vergessen".

Eine interessante Aussage, zumal mit DAZN ein neuer "Player" auf dem heimischen Rechtemarkt ist. Da das "Netflix des Sports" bislang über Web-Browser und Apps läuft, nicht aber über Kabel und Satellit, werden DAZN geringe Chancen auf die Bundesliga-Exklusiv-Rechte nachgesagt.

Sky wohl Favorit

Es läuft wohl alles auf die bisherigen Rechteinhaber Sky und ORF hinaus. "Mehr Exklusivität", "höhere Einnahmen" - Schlagworte, die eher auf den Pay-TV-Anbieter Sky hinweisen. Der soll bereit sein, ein höheres Angebot als bisher abzugeben. Für Sky ist die heimische Bundesliga ein wichtiges Produkt, muss sich der Sender doch seit dieser Saison mit DAZN rittern. DAZN eroberte in Deutschland und Österreich die Rechte an der Premier League, La Liga, Serie A und Ligue 1, WM-Quali und Co.

Sky wird sich aller Voraussicht nach bei den bisherigen Zugpferden in den jeweiligen Ländern mächtig ins Zeug legen. Die Champions League scheint dem Sender erhalten zu bleiben, wenngleich man die Rechte wohl mit DAZN teilen wird - die genaue Aufteilung ist noch unklar. Die österreichische und deutsche Bundesliga spielen für Sky ebenfalls eine große Rolle.

Der bisherige Vertrag wurde im Dezember 2012 für fünf Saisonen beschlossen. 20 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr sind darin verankert. Sky hat die Exklusiv-Rechte, der ORF darf mit dem Zweitrecht ein Spitzenspiel pro Runde zeigen. (SeK)

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